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Ein Podcast zu medizinischen Themen für junge Ärzte und Studierende mit den Basics aber auch mit Tips für den alltäglichen Dienst in der Klinik oder Praxis.DocYouUp
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  • Koxarthrose
    Mar 25 2026

    🦴 Thema: Koxarthrose (Hüftarthrose)

    Chronisch progrediente Erkrankung des gesamten Hüftgelenks (Knorpel, Kapsel, Synovialis, Bänder, Muskulatur). Radiologie und Beschwerden korrelieren nicht zwingend: Behandle den Menschen, nicht nur das Röntgen.


    📊 Epidemiologie & Relevanz

    - Häufig ab ca. 50 Jahren, Frauen etwas häufiger

    - Hüft-TEP zählt zu den häufigsten Routineoperationen

    - Klinisch wichtig: konservative Therapie, OP-Indikation, Nachbehandlung


    🧩 Ursachen: primär vs. sekundär

    Primär (idiopathisch):

    - Alter, weibliches Geschlecht, Adipositas, genetische Faktoren


    Sekundär (mit Ursache):

    - Posttraumatisch (Frakturen/Verletzungen)

    - Entzündlich (z.B. rheumatoide Arthritis)

    - Metabolisch (z.B. Diabetes, Hyperurikämie, Hämochromatose, Hypercholesterinämie)

    - Fehlformen/strukturelle Ursachen: Hüftdysplasie, (frühere) Luxation, Morbus Perthes, Epiphysiolysis capitis femoris, femoroazetabuläres Impingement

    - Überlastung z.B. bei ipsilateraler Knieversteifung

    Merke: Bei jüngeren Patient:innen gezielt nach strukturellen Ursachen suchen.


    🚶 Klinik: typische Beschwerden

    - Früh: Anlaufschmerz, Belastungsschmerz (Gehen, Treppen, Stehen)

    - Spät: Ruhe- und Nachtschmerz (Hinweis auf fortgeschrittene Erkrankung)

    - Schmerzlokalisation:

    - typisch: Leiste

    - möglich: Oberschenkel, Gesäß, Projektion ins Knie (bei Knieschmerz ohne Kniebefund immer Hüfte untersuchen)

    - Funktion: früh oft Innenrotation eingeschränkt, später auch Abduktion/Flexion

    - Hinken, Schonhaltung, ggf. (scheinbare/echte) Beinverkürzung

    - Alltagsmarker: Schuhe/Socken anziehen, Auto einsteigen


    🩺 Untersuchung: was zählt

    - Gangbild: Hinken, verkürzte Standphase

    - ROM aktiv/passiv: Fokus Innenrotation (schmerzhaft + eingeschränkt = hochverdächtig)

    - DD mitdenken:

    - Trochanterlateraler Schmerz → eher trochantäres Schmerzsyndrom

    - Radikulär/neurologisch → LWS abklären

    Diagnose bleibt klinisch-radiologisch (Symptome + Funktion + Bildgebung).


    🩻 Diagnostik

    Röntgen Standard:

    - Becken a.p. + axiale Hüftaufnahme

    - Zeichen: Gelenkspaltverschmälerung, subchondrale Sklerose, Geröllzysten, Osteophyten, Deformierungen

    MRT: nur bei DD (Femurkopfnekrose, Tumor, Stressfraktur, Entzündung).

    Labor: kein Arthrosemarker; wichtig bei Verdacht auf sekundäre/entzündliche/infektiöse/metabolische Ursachen.


    🧠 Therapieprinzip

    Indikation richtet sich nach Symptomen, Funktion, Leidensdruck (nicht nach „Röntgengrad“ allein).


    🏃 Konservativ: Basismaßnahmen

    - Gewichtsreduktion (wenige kg können relevant sein)

    - Dosierte Aktivität statt Schonung: Radfahren, Schwimmen/Aquajogging, Muskeltraining

    - Physio/Bewegungstherapie; Wärme bei Verspannung, Kälte bei Reizung

    - Hilfsmittel: Gehstock kontralateral (entlastet deutlich)


    🧾 Take-home

    - Leistenschmerz + eingeschränkte Innenrotation → an Hüfte denken

    - Beschwerden ≠ Röntgenbefund: klinisch führen

    - Konservativ heißt: Bewegung, Gewichtsreduktion, Physio, Hilfsmittel + rationale Analgesie

    - NSAR nur mit Risiko-Check (GI/Niere/KV/Medikation)

    - Nach Hüft-TEP: Frühmobilisation, Thrombose- und Luxationsprophylaxe sind Schlüsselpunkte

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    31 mins
  • Arthrose
    Mar 24 2026

    🎯 Kernbotschaft

    - Arthrose = aktive, multifaktorielle Erkrankung des „Gelenkorgans“

    - Therapie richtet sich nach Symptomen/Funktion – nicht nach dem Röntgenbild

    - Früh, individualisiert, konservativ beginnen: Aufklärung, Bewegung, Gewichtsreduktion


    🧠 Definition & Pathophysiologie

    - Fehlregulierte Reparatur + proinflammatorische Signalwege → Chondrozyten-Stress, Matrixabbau

    - Betroffen: Knorpel, subchondraler Knochen, Synovia, Kapsel, Bänder, Muskulatur

    - Klinik korreliert oft schlecht mit Radiologie


    ⚠️ Risikofaktoren

    - Alter, weiblich/postmenopausal, Genetik

    - BMI↑/metabolisches Syndrom, Malalignment (Varus/Valgus), Trauma/intraartikuläre Schäden

    - Muskelschwäche, präarthrotische Deformitäten (FAI, Dysplasie, Genu varum/valgum, Handwurzelkollaps)

    - Möglicher Einfluss: Vitamin‑D‑Mangel


    📊 Epidemiologie

    - Häufigste Gelenkerkrankung; hohe Krankheitslast und -kosten → Prävention/Frühtherapie zentral


    🧩 Schmerzmechanismen

    - Überwiegend nozizeptiv; oft neuropathische Anteile/Zentralisierung

    - Konsequenz: multimodale Analgesie bei Mischschmerz


    🩺 Klinik

    - Belastungs- und Anlaufschmerz, später Ruhe-/Nachtschmerz

    - Steifigkeit nach Inaktivität, Schwellung, Krepitation, Instabilität

    - Aktivierte Arthrose = lokaler entzündlicher Schub


    🔎 Diagnostik

    - Anamnese: Belastungen, Verletzungen, Familie, Komorbiditäten, Medikation

    - Untersuchung: Palpation, ROM aktiv/passiv, Achse, Instabilität, Muskelfunktion

    - Labor i. d. R. unauffällig; CRP/BSG moderat↑ bei Aktivierung

    - Red Flags: heißes, stark schmerzhaftes Gelenk ± Fieber → sofortige Punktion (Infekt/Kristalle ausschließen)


    🖼️ Bildgebung

    - Röntgen (Knie im Stand): Spaltverschmälerung, subchondrale Sklerose, Osteophyten (Kellgren‑Lawrence)

    - MRT bei unklarem Röntgen/Differenzialdiagnosen; Sono für Erguss/Synovitis und Injektionen; CT präop/knöchern


    🧮 Monitoring

    - WOMAC (Schmerz, Steifigkeit, Funktion); NRS für Schmerz; funktionelle Ziele definieren


    🏃‍♀️ Basistherapie

    - Aufklärung: Bewegung ist antientzündlich, verbessert Knorpelmilieu

    - Training: Kraft (Quadrizeps, Gluteus, Hüftabduktoren), neuromuskulär; Ausdauer (Rad, Schwimmen, zügiges Gehen)

    - Gewichtsreduktion: Ziel 5–10 % → Schmerz↓, Funktion↑


    🛠️ Hilfsmittel & Alltag

    - Gehstock kontralateral; lateraler Keil (Varusgonarthrose), entlastende Orthesen selektiv

    - Hallux rigidus: rigide Sohle/Abrollhilfe; Rhizarthrose: Daumenorthese


    💊 Pharmakotherapie

    - Topisch 1. Wahl (Knie/Hand): Diclofenac‑Gel 1 % 2–4 g 3–4×/d; Ibuprofen/Ketoprofen topisch ähnlich

    - Capsaicin 0,075 % 3–4×/d (wirkt nach 2–4 Wo.)

    - Oral bei Bedarf/tiefen Gelenken:

    - Ibuprofen 400–800 mg alle 8 h (max. 2.400 mg/d)

    - Naproxen 250–500 mg 2×/d (kardiovaskulär neutraler)

    - Etoricoxib 60–90 mg 1×/d (Vorsicht CV-Risiko)

    - GI‑Schutz: PPI z. B. Omeprazol 20 mg 1×/d

    - Paracetamol: 500–1.000 mg bis 3×/d (max. 3 g; begrenzte Wirksamkeit)

    - Neuropathische Komponente: Duloxetin 30→60 mg/d

    - Opioide (z. B. Tramadol) nur kurzzeitig überbrückend; Absetzplan, Sturz-/GI‑Risiken beachten


    💉 Injektionen

    - Kortikosteroid (aktivierte Arthrose, v. a. Knie): Triamcinolon 20–40 mg IA; strikt aseptisch; ≤3–4/Jahr/Gelenk

    - Hüfte bildgestützt (Sono/Fluoro)

    - Hyaluronsäure: Wirkung inkonsistent; klare Zielsetzung/Reevaluation

    - PRP: heterogene Evidenz; Supplemente (Glukosamin/Chondroitin) höchstens kleine Effekte → Probezeit definieren


    🎯 Verlaufsziele

    - Konkrete Targets: Treppen, Gehminuten, ROM

    - Regelmäßige Reevaluation (WOMAC/NRS); Maßnahmen an Phase anpassen (nicht aktiviert/aktiviert/dekompensiert)


    ✅ Take‑Home

    - Behandle die Beschwerden, nicht das Röntgenbild.

    - Bewegung, Muskelaufbau, Gewichtsreduktion sind die Basis.

    - Topische NSAR zuerst; systemisch dosiert und befristet; Injektionen als Brücke.

    - Denke an nozizeptiven UND neuropathischen Schmerz – multimodal planen.

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    22 mins
  • Tuberkulose
    Mar 23 2026

    Tuberkulose

    Inhalte der Folge:

    • Mycobacterium tuberculosis als säurefestes, langsam wachsendes Stäbchen mit intrazellulärem Überleben in Makrophagen

    • Granulombildung mit verkäsender Nekrose als Ausdruck der zellvermittelten Immunantwort

    • Primär- und Reaktivierungstuberkulose mit typischen Begriffen wie Ghon-Herd, Ranke-Komplex und Assmann-Frühinfiltrat

    • Leitsymptome: Husten, B-Symptomatik, Hämoptysen und typische Oberlappenmanifestation bei Reaktivierung

    • Wichtige extrapulmonale Formen, z. B. Meningitis, Spondylitis, Perikarditis und Urogenital-TB

    • Diagnostik immer zweigleisig: Bildgebung plus direkter Erregernachweis

    • Bedeutung von 3 Morgen-Sputen, Mikroskopie, Kultur und PCR

    • IGRA/THT nur für Immunnachweis, nicht zum Beweis aktiver TB

    • Sofortige Isolation bei Verdacht auf offene Lungentuberkulose

    • Standardtherapie der sensiblen TB: 2 Monate HRZE, gefolgt von 4 Monaten HR

    • Relevante Nebenwirkungen und Interaktionen, vor allem unter Rifampicin

    • Besonderheiten bei latenter TB und MDR/RR-TB



    Take-home-Messages:


    • Aktive TB wird nicht durch IGRA bewiesen, sondern durch direkten Erregernachweis.

    • Gute Probengewinnung ist entscheidend.

    • Rifampicin-Interaktionen muss man aktiv mitdenken.

    • MDR- oder Rifampicin-resistente TB gehört ins Spezialzentrum.


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    25 mins
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In the spirit of reconciliation, Audible acknowledges the Traditional Custodians of country throughout Australia and their connections to land, sea and community. We pay our respect to their elders past and present and extend that respect to all Aboriginal and Torres Strait Islander peoples today.