• #51: 51: Mit Jennie Kießling vom Mindful Drinking Club über inklusive Trinkkultur und Spaß im Glas ohne Promille
    Jan 8 2026
    Zum Auftakt des "Dry January" trifft Clemens Jennie Kießling in ihrem "Mindful Drinking Club". Der Concept-Store in Berlin bietet prickelnde und stille Wein-Alternativen, sogenannte Proxies, sowie alkoholfreie Aperitifs, Destillate und servierfertige Cocktails. Doch wonach schmeckt Achtsamkeit im Glas? Zum Beispiel nach Zitronenmelisse, Weidenröschen und Waldmeister. Zutaten, die in Jennies letzter Flasche des spritzig-schäumenden Proxie „ENG“ nach der ursprünglichen Rezeptur „01“ weiterleben. Damit bringen die Macherinnen von Villbrygg die Essenz einer norwegischen Wildblumenwiese direkt ins Glas. Clemens, sonst überzeugter Weintrinker, staunt über die erstaunliche Frische und die feinen Tannine. Weil Jennie täglich Kunden und Gastronomen berät, kreist das Gespräch schnell um den gesellschaftlichen Wandel rund ums Trinken. Jennie beobachtet, dass die Akzeptanz für Null Promille stetig wächst, auch wenn mancher Wirt damit noch etwas Nachhilfe braucht. Ihr Tipp: Schon beim Aperitif sollten Gastgeber und Bars alkoholfreie Alternativen anbieten. Das setze den Ton für den Abend – und schaffe ein Klima, in dem sich alle willkommen fühlen. Egal, was sie im Glas haben. Für Jennie ist achtsames Trinken keine Verzichtsübung, sondern Genusskultur. Auch darum sind ihr eigenständige Getränke-Kreationen lieber als entalkoholisierte Weine, die – da sind sich Clemens und sie einig – leider noch zu oft schmecken, als sei eine Dampfwalze darübergerollt. Und obendrein selten nachhaltig produziert sind. Zum Schluss gibt Jennie noch ein paar inspirierende Tipps für alkoholfreie Ergänzungen des heimischen Barschranks. Ein bewußtseins-erweiterndes Gespräch zum Jahresbeginn. Mit Leichtigkeit, Neugier – und völlig ohne Promille
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    58 mins
  • #50: Wein- und Genussjournalist Ulrich Amling über den Kulturkampf ums Weintrinken und wie Genießen wieder Spaß macht
    Dec 11 2025
    Die 50. Folge von „Die letzte Flasche“ wird gefeiert – mit einem besonderen Jubiläums-Gast: Wein- und Genussjournalist Ulrich Amling vom Tagesspiegel. Gemeinsam mit Clemens blickt er zurück auf fünfzig Folgen voller Genussmomente – und auf die großen Fragen des Kulinarik-Jahres 2025: Warum Wein plötzlich ein Kulturkampfthema ist, wie Gastronomen mit immer launischeren Gästen umgehen und was gutes Essen heute eigentlich bedeuten sollte. Ulrich hat eine letzte Flasche "Scheurebe Alte Reben 2018" im Gepäck, die er in der Corona-Zeit als Lohn für schweißtreibende Arbeitseinsätze in den Steillagen des fränkischen Weinguts "Am Stein" erhalten hat. Die beiden philosophieren über die Bewertungsmaßstäbe für Gastrokritiken, rätseln über den ersten alkoholfreien 100-Euro-Wein, und verabschieden sich von einer Berliner Delikatessen-Institution nach 97 Jahren. Für die Zukunft wünschen sie sich mehr Restaurants mit schmackiger Bistro-Küche, statt langatmiger Menüfolgen und überteuerter Weinkarten. Zum Schluss verrät Ulrich noch, dass er an die Renaissance der deutschen Küche glaubt, welche Restaurants er aktuell empfiehlt, und welcher Lieblingsmensch für ihn am ersten Weihnachtstag den Kochlöffel schwingt.
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    1 hr and 16 mins
  • #49: Mit Winzerin Simone Adams über straffe Burgunder vom Kalk, deutsche Klonvielfalt und Biodynamie ohne Dogmen
    Nov 27 2025
    In Folge 49 trifft Clemens Simone Adams, eine der spannendsten Winzerinnen Rheinhessens, die auf dem Familienweingut in Ingelheim eine ganz eigene Handschrift entwickelt hat. Simone ist eine Frau mit Mut und Ideen, die sich nicht scheut, eigene Wege zu gehen – mit viel Gefühl fürs Terroir bringt sie berührende Burgunder-Weine auf die Flasche, die dank des Kalkbodens eine unverwechselbare Frische ausstrahlen. Besonders freut sich Clemens über Simones Spätburgunder aus der Premium-Lage „Pares“ – 2020 ist ihr erster Jahrgang aus diesem lange vernachlässigten Filetstück, das sie mit den besten deutschen Pinot-Noir-Klonen neu bestockt hat. Dass Simone heute kompromisslos und leidenschaftlich Winzerin ist, war nicht vorhersehbar: Eigentlich wollte sie Jura in Berlin studieren, hat dann aber in Geisenheim promoviert und stand plötzlich nach dem Tod ihres Vaters 2010 vor der Entscheidung, das Familienweingut weiterzuführen. Simone beschreibt sich selbst als „zäh“ – halbe Sachen gibt es für sie nicht. Ihr größtes Ziel: Die Reben in eine natürliche Balance bringen – ohne Dogmen, mit Blick aufs Wesentliche. Biodynamische Prinzipien sind ihr wichtig, aber noch wichtiger ist, dass die Reben produzieren dürfen, was sie wollen und können. Bei ihren Lagenweinen setzt sie auf Ganztraubenpressung. So holt sie noch mehr Herkunftscharakter über die Rappen in den Keller – das Ergebnis sind elegante, komplexe und trotzdem strahlend frische Weine. Simone verrät auch, warum ihre Weine regelmäßig beim VOX-Dating-Format "First Dates" zu sehen sind, warum sie in ihrer neuen Sektcuvée mit Frühburgunder experimentiert und welche anderen Ingelheimer Weine sie besonders schätzt.
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    51 mins
  • 48: Mit Mosel-Winzer Nik Weis über seine Liebe zur Spätlese und Energie, die aus dem Schiefer kommt
    Nov 13 2025
    In Folge 48 trifft Clemens Winzer Nik Weis vom Weingut St. Urbanshof an der oberen Mittelmosel. Der passionierte Hobbykoch Nik kam schon als Abiturient mit feiner Kulinarik, Genuss und Tischkultur in Berührung, weil sein Schwager Harald Rüssel damals als Sous-Chef im Zwei-Sterne-Restaurant "Die Traube" in Grevenbroich arbeitete. Bis heute treibt es ihn an, Weine zu produzieren, die zu gutem Essen getrunken werden. Bei einer gereiften Spätlese aus dem Piesporter Goldtröpfchen, erzählt Nik, durch welchen unglaublichen Zufall er seinen Besitz in einem nicht flurbereinigten Teil der berühmten Steillage bedeutend erweitern konnte. Mit Clemens spricht er über das unberechtigte Häckeldeckchen-Image der Spätlese, den gegenwärtigen Kabi-Hype und das Restsüße-Dilemma des Moselrieslings. Nik erklärt, warum jung verkostete Spitzenrieslinge oft recht fordernd sind, während sie in gereifter Form viel bekömmlicher daherkommen. Die beiden philosophieren darüber, wie Salz und Säure Energie und Spannung in Weinen erzeugen - und warum dafür ein harter Gesteinsboden unerlässlich ist. Am Schluss stellt Nik noch sein neustes Baby vor: einen frisch angelegten Spätburgunder-Rebgarten auf dem Dhroner Hofberg, einem kühlen Seitental der Mosel, von wo er in zehn Jahren die ersten roten Großen Gewächse präsentieren möchte. Für alle, die nicht so lange warten mögen, empfiehlt Nik noch die interessantesten Rotwein-Perlen im Top-Riesling-Anbaugebiet der Welt.
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    1 hr and 20 mins
  • #47 Mit Winzerin Eva Clüsserath-Wittmann übers Pendeln fürs Terroir und die Magie der Mittelmosel
    Oct 30 2025
    In Ihrem Weingut an der Mittelmosel trifft Clemens zwei Wochen nach Ende der Turbo-Lese 2025 auf eine tiefenentspannte Eva Clüsserath-Wittmann. Obwohl die Moselwinzerin fast wöchentlich im Auto sitzt, um die rund 150 Kilometer zwischen dem Weingut ihres Mannes Philipp Wittmann im rheinhessischen Westhofen und ihrem eigenen Betrieb zu überbrücken. Im Weingut ihres Vaters Ansgar Clüsserath in Trittenheim arbeitet Eva schon seit dem Jahrgang 2001 mit und hat dort 2014 offiziell das Kommando übernommen. Die beiden Betriebe nach der Hochzeit mit Philipp 2007 einfach zusammenzulegen, kam für sie aber nie infrage. Der Ausbau der Weine aus Toplagen der Mittelmosel im Weinkeller in Trittenheim gehört für Eva nämlich klar mit zum Terroir. Eleganz und bestmögliche Lagen-Charakteristik bei moderaten Alkoholwerten - danach strebt Eva im Keller. Entsprechend ausführlich sprechen die beiden über die Besonderheiten der Schiefersteillagen, in denen die Trauben für ihre mittlerweile weltweit nachgefragten Moselrieslinge stehen. Warum sie sich nach Studium in Geisenheim und einem Praktikum in einer Limonadenküche doch entschieden hat, Winzerin zu werden, erzählt Eva bei einer letzten Flasche, die sie an ihre ersten Berufsjahre in der Geschäftsstelle des VdP-Pfalz erinnert. Der herrlich gereifte Riesling GG "Im Sonnenschein" aus dem Hitzejahr 2003 stammt von Weingut Ökonomierat Rebholz, dem Betrieb ihres damaligen Chefs, Hansjörg Rebholz. Eva erzählt, welche Synergien sich für sie und ihren Mann Philipp durch ihre beiden Weingüter ergeben. Und verrät, warum sie den Genusstourismus für eine wichtige Säule beim Weinabsatz der Zukunft sieht. Ganz zum Schluss gibt sie dann noch konkrete Einkaufstipps für Eure Mittelmosel-Weinprobe zum Mitschreiben.
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    55 mins
  • #46 mit dem Falkenseer Sternekoch Marco Wahl über Fine Dining in der Vorstadt und eine verwechselte Flasche
    Oct 16 2025
    Clemens trifft seinen Nachbarn – und der ist kein Geringerer als Sternekoch Marco Wahl. Im brandenburgischen Falkensee hat Marco mit seinem Restaurant Sawito einen Michelin-Stern erkocht – ein Lebenstraum, der wahr wurde. Darauf stoßen die beiden mit einem Schluck aus seiner letzten Flasche an. Der exquisite Condrieu von André Perret, Jahrgang 2000, hat nur dank einer Verwechslung überlebt. Im Gespräch mit Clemens blickt Marco zurück auf seine französisch geprägte Koch-Ausbildung, die auch seinen Anspruch als Küchenchef formte: nämlich seine Gäste auf hohem Niveau mit modernen Gerichten auf klassischer Basis zu verwöhnen. Marco spricht offen über die Herausforderungen, ein Fine-Dining-Restaurant in einer bodenständigen Kleinstadt im Berliner Speckgürtel zu etablieren. Und verrät, wie er die Skeptiker mit niedrigschwelligem Sonntagsbrunch und Grill-Sessions vor dem örtlichen Edeka aus der Reserve lockt.
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    53 mins
  • #45: Sonderfolge Weinland Ungarn: Vulkanweine, unaussprechliche Rebsorten und ein Gulasch-Missverständnis
    Sep 25 2025
    Egészségedre! Clemens war ein paar Tage in Ungarn unterwegs - erst auf dem BOR 2025 Hungarian Wine Summit in Budapest und danach im vulkanisch geprägten Norden des Balaton. Er durfte Rebsorten mit unaussprechlichen Namen kennenlernen und aufregende Sekt-Newcomer verkosten. Er hat das Potenzial der großen Rotweine Kékfrankos und Kadarka verstanden und war begeistert, mit welcher Akribie eine neue Generation Winzer gerade den Terroirgedanken nach vorne bringt. Statt nachzumachen, was in der Weinwelt gerade schick ist, zeigen sie ihre eigene Handschrift mit den heimischen Sorten und Böden. Wie immer gibt es auch jede Menge kulinarischer Eindrücke zu verarbeiten und ein Missverständnis über Gulasch zu klären. Eine Sonderfolge über ein Weinland im Aufbruch. Mit Unterstützung von Wines of Hungary.
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    47 mins
  • 44: Mit 2-Sternekoch René Frank vom "Coda" über Freiheit am Herd, Umami in Desserts, Kaviar am Stiel und Süß ohne Zucker
    Jul 3 2025
    Was ist ein Dessert? "Der emotionalste Gang eines Menüs", sagt René Frank, vielfach ausgezeichneter Küchenchef und Miteigentümer des jüngst erneut mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants "Coda" in Berlin. Der gebürtige Süddeutsche zählt ohne Übertreibung zu den außergewöhnlichsten Köchen Deutschlands. Was 2016 als hippe „Dessert Bar“ im Multikulti-Kiez Neukölln begann, bezeichnet René mittlerweile lieber als nonkonformes Fine Dining-Erlebnis. Seine avantgardistischer Stil wurzelt in den Techniken der Patisserie, ohne zwingend süß zu ein. Es ist eine von Desserts inspirierte Küche mit raffinierten Speisen, die in keine Schublade passen. Auf industriell raffinierten Zucker verzichtet der Koch dabei konsequent, auf Fisch und Fleisch weitgehend. Im Gespräch mit Clemens erinnert sich René an die Genüsse seiner Kindheit (Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten, Bum-Bum-Eis am Stil im Freibad) und seine frühe Faszination für Küchen (Berufswunsch laut Poesiealbum: "Koch oder Kommissar"). Er erklärt, wie sein Mentor, der 3-Sterne-Koch Thomas Bühner, ihm die absolute Freiheit am Herd und damit das daraus erwachsende Selbstvertrauen schenkte, sich in die gastronomische Selbständigkeit zu stürzen, für die wiederum das Projekt "Room4Dessert" auf Bali von US-Patissier Will Goldfarb einen Teil der Inspiration lieferte. Bei einem Glas Sekt "Christmann & Kauffmann: Cuvee No. 204 Brut Nature 2021" bekennt René, dass er kaum letzte Flaschen besitzt, weil er sich nur ungern Wein oder Lebensmittel schenken lässt. Wenn er nicht gerade selbst am Herd steht, geht er immer noch gerne essen, am liebsten "klassisch authentisch": Grandios fand er zuletzt das Ristorante "Scannabue" in Turin, das er allen Podcast-Hörern wärmstens ans Herz legt.
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    58 mins