• »Das glückliche Schicksal«, Roman von Matthias Nawrat
    May 13 2026

    Matthias Nawrat erzählt von der jungen Psychologin Wanda, die Anfang der 80er Jahre aus Polen nach Venedig reist, um einen im Exil lebenden Wissenschaftler zu befragen. Die Gespräche mit ihm führen weit über ein akademisches Interview hinaus: in die Geschichte Polens, in die Gewalt des 20. Jahrhunderts, in Lager, Systeme, Ideologien und in die Frage, ob ein Mensch anständig bleiben kann, wenn die Verhältnisse ihn vernarbt haben.

    Valerie Springer: „Dunkel, klug, beunruhigend.“

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  • »Die Buchhandlung der Exilanten« von Uwe Neumahr
    May 6 2026

    Zwei Buchhändlerinnen im besetzten Paris: Adrienne Monnier und Sylvia Beach. Ihre Buchhandlungen, „La Maison des Amis des Livres“ und „Shakespeare and Company“, waren über Jahrzehnte Orte der Literatur, der Avantgarde, der Freundschaft. Mit der deutschen Besatzung Frankreichs 1940 wurden sie zu Zufluchtsorten für Verfolgte und Exilanten.

    Uwe Neumahr erzählt von Literatur, Mut, Hilfeleistung und Widerstand und von zwei Frauen, die Bücher nicht nur verkauft haben, sondern als Lebensform verstanden haben.

    Valerie Springer: „Literarisch, mutig, aufschlussreich.“

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  • »Egon Erwin Kisch. Der rasende Reporter im Spanischen Bürgerkrieg« Biografische Dokumente, Hg. von Georg Pichler und Joachim Gatterer
    Apr 29 2026

    Diesmal geht es um den dokumentarischen Sammelband »Egon Erwin Kisch. Der rasende Reporter im Spanischen Bürgerkrieg«, herausgegeben von Georg Pichler und Joachim Gatterer. Es geht nicht nur um den österreichischen Journalisten Kisch selbst, sondern auch um die oft übersehene Verbindung zwischen Österreich und Spanien in den 1930er Jahren. Denn knapp 1500 Österreicherinnen und Österreicher kämpften im Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republik. Ein Buch über Reportage, Haltung und ein Kapitel europäischer Geschichte, das bis heute nachwirkt.

    Valerie Springer: „Hellwach, kämpferisch, aufschlussreich.“

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  • Tag des Buches. Warum Worte unser Gehirn trainieren und wie wichtig Langsamkeit heute ist.
    Apr 22 2026

    Sondersendung zum Tag des Buches

    Was passiert mit uns, wenn wir lesen und was verlieren wir, wenn wir es immer seltener wirklich tun? In einer Zeit permanenter Reize und zerstreuter Aufmerksamkeit geht dieser Beitrag der Frage nach, warum Lesen und Schreiben weit mehr sind als bloße Kulturtechniken. Es geht um Sprache, Konzentration, innere Beweglichkeit und um die stille Kraft der Langsamkeit.

    Und es geht um den Österreichischen Buchklub der Jugend, dem nach über 75 Jahren erfolgreicher Arbeit (als Österreichs größte Organisation für die Leseförderung) das Aus droht.

    Valerie Springer: "Leseförderung ist keine Nebensache."

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    10 mins
  • »Krieg und Krieg«, Roman von László Krasznahorkai
    Apr 15 2026

    In einem ungarischen Provinzort gerät der Archivar Korim unter den Einfluss eines geheimnisvollen Manuskripts, das er für bewahrenswert hält. Mit dem im Mantelfutter eingenähten Text bricht er ohne Gepäck auf. Seine Reise führt ihn über verschiedene reale und imaginäre Orte wie Budapest, Kreta, Venedig und Rom nach New York. Dabei bewegt sich der Roman in Zeitsprüngen durch unterschiedliche geschichtliche Räume und verbindet die Stationen immer wieder mit Kriegserfahrungen. Der Text ist anspruchsvoll, vor allem wegen seiner langen, verschachtelten Sätze und der hohen Konzentration, die er verlangt.

    Valerie Springer: "Dicht, fordernd, verstörend."

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    5 mins
  • »Ohne Respekt«, philosophische Analyse von Byung-Chul Han
    Apr 8 2026

    Was geschieht mit einer Gesellschaft, wenn ihr der Respekt abhandenkommt? In seinem neuen Essay beschreibt Byung-Chul Han eine Gegenwart, in der Rechthaben mehr zählt als Zuhören. Er zeigt, wie eng Selbstachtung, gesellschaftlicher Zusammenhalt und der Blick auf den anderen miteinander verbunden sind. Dabei bleibt er nicht bei der Kritik stehen, sondern fragt auch, wie ein anderes, menschlicheres Miteinander möglich wäre. Ohne Respekt ist ein schmales, dichtes Buch über eine Atmosphäre, die wir alle kennen, und über das, was uns als Gesellschaft zusammenhält.

    Valerie Springer: „Analytisch, dringlich, unbequem.“

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  • »IRIS«, Roman von Laura Freudenthaler
    Apr 1 2026

    Laura Freudenthaler stellt in ihrem Roman die Schriftstellerin Iris in den Mittelpunkt, die beruflich durch Europa und darüber hinaus reist. Auf ihren Reisen sucht sie nach Momenten der Nähe und Bestätigung in ihrem Leben, das von Erschöpfung geprägt ist. Zu Hause trifft sie ihren Partner Anton, einen Künstler, der mit beschädigten Kameras arbeitet. Ihre Beziehung basiert auf klaren Absprachen und umfasst auch einvernehmliche Spiele um Macht und Unterwerfung. Während Iris sich mit Hexenprozessen beschäftigt, tauchen Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit auf.

    Der Text besteht aus sehr langen, fließenden Sätzen ohne Punkte, eine Form, die beim Lesen durchaus herausfordernd sein kann.

    Valerie Springer: "Soghaft, dicht, flirrend."

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  • »Drei Wochen im August«, Roman von Nina Bußmann
    Mar 25 2026

    An der französischen Küste verbringt Elena mit ihren Kindern, der Freundin ihrer Tochter und der Haushälterin Eve einen Urlaub in einem abgelegenen Ferienhaus, während ihr Mann in Deutschland geblieben ist. Zwischen den Menschen entwickelt sich dort eine zunehmend gespannte, fragile Dynamik. In wechselnden Erzählstimmen zeigt die Autorin, wie soziale Unterschiede und verdrängte Konflikte immer stärker hervortreten. Zugleich verdichtet sich die Bedrohung von außen, weil Waldbrände der Gegend gefährlich nahekommen. Als schließlich eines der Mädchen verschwindet, bricht das mühsam aufrechterhaltene Gefüge vollends zusammen.

    Valerie Springer: „Psychologisch, vielschichtig, unterschwellig.“

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    5 mins