• Depressionen und Psychosen bestimmten Sylvias Alltag
    Jan 28 2026

    Vor drei Jahren hat Sylvia einen Ort gefunden, der ihr half, wieder Fuß zu fassen – die AWO-Tagesstätte "Hoffnung" in Quedlinburg.

    Hier bastelt sie, lacht, redet, hört zu. Besonders die Ergotherapie gibt ihr Kraft.

    Nach einem schweren Schicksalsschlag war nichts mehr, wie es einmal war.Depressionen und Psychosen bestimmten ihren Alltag. Selbst das Fahren mit dem Bus wurde unmöglich. Der Weg in die Tagesstätte war nicht leicht – vor allem das erste Gespräch. Aber heute weiß Sylvia: Es war der richtige Schritt.

    Sie hat dort nicht nur neue Menschen kennengelernt, sondern auch verstanden, dass sie mit ihren Problemen nicht allein ist. »Man lernt, dass es nicht nur um die Krankheit geht, sondern um den Menschen dahinter.«

    Etwas ist ihr dabei aufgefallen: Noch immer kommen deutlich mehr Frauen als Männer in die Tagesstätte. »Vielleicht fällt esMännern schwerer, sich Hilfe zu suchen«, meint sie nachdenklich.

    Heute schaut Sylvia wieder mit Zuversicht nach vorn.

    Ihre Wohnung, ihr Umfeld, ihr Blick aufs Leben – alles hat sichverändert.

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    9 mins
  • Mias Geschichte: „Ich kann einfach nicht mehr“
    Jan 16 2026

    2014 bricht für Mia die Welt zusammen.


    Nach Jahren harter Arbeit als Teamleiterin ist sie völlig erschöpft.Statt Verständnis zu bekommen, wird sie gemobbt.

    Eines Tages geht gar nichts mehr – Zusammenbruch, Klinik, Diagnose: Depression.

    Mia kämpft. Vor allem gegen das Unverständnis in ihrer eigenen Familie.

    Immer wieder hört sie: „Warum kannst du nicht mehr?“

    Diese Fragen verletzen sie tief. Denn Mia will – sie kann nur nicht mehr.

    Heute ist sie 64 und besucht zweimal pro Woche die Tagesstätte Hoffnung in Quedlinburg.

    Dort erlebt sie etwas, das sie lange nicht kannte: ehrliches Zuhören, Verständnis, echte Wärme.

    Langsam wagt sie wieder Nähe, knüpft Freundschaften und findet Stück für Stück zu sich zurück.

    👉 „Es ist mein Leben, meine Krankheit. Ich bin niemandem eine Erklärung schuldig“, sagt sie heute.

    Und sie möchte anderen Mut machen: Sucht euch Hilfe. Ihr seid nicht allein.

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    16 mins
  • „Endlich verstanden werden“ – Stefanies Weg aus der Unsichtbarkeit
    Nov 14 2025

    Stefanie war erst sieben Jahre alt, als sie ihre erste Therapiebegann. Zuhause herrschte Chaos: Der Vater war heroinabhängig, die Mutter kaum interessiert. Schon früh zeigte Stefanie Verhaltensauffälligkeiten – Aggressionen, Wut, Hilflosigkeit.

    Mit acht Jahren verlor sie ihre Schwester. In der Schule wurde siedanach gemobbt. Lehrkräfte sahen weg, manchmal gaben sie ihr sogar die Schuld.Sogar ihre beste Freundin verbreitete falsche Gerüchte über sie.

    „Ich hätte mir gewünscht, dass jemand mal fragt, wie es mir geht“, sagt Stefanie heute.

    Sie ist überzeugt: Frühe Aufklärung über psychische Erkrankungen könnte helfen, Kinder und Jugendliche besser zu schützen – und Lehrkräfte zu sensibilisieren.

    Trotz allem kämpfte sie sich durch. Realschulabschluss geschafft, Ausbildung begonnen – doch die Angststörungen wurden zu stark. Erst Jahre später bekam sie endlich eine Diagnose: kombinierte Persönlichkeitsstörung.

    So schmerzhaft das war – für Stefanie war es auch eine Erleichterung.

    „Ich wusste endlich, warum ich so bin, wie ich bin.“

    Heute findet sie Halt in der AWO-Tagesstätte "Hoffnung", wo sie sichakzeptiert und respektiert fühlt.

    Sie sagt:

    „Ich komme wieder raus, ich werde als Mensch wahrgenommen. Das ist mein größter Gewinn.“

    Und sie macht anderen Mut:

    ✨ „Ihr seid nicht allein.Es gibt immer jemanden, der hilft. Hört nicht auf die, die euch nicht ernst nehmen – jeder Mensch ist es wert, geliebt zu werden.“ ✨

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    16 mins
  • Lunu und der Kampf gegen die Unsichtbarkeit
    Nov 3 2025

    »Ich war 18, als mein Körper und mein Kopf einfach nicht mehr konnten.«

    So beginnt Lunu ihre Geschichte. Nach einem Nervenzusammenbruch kam sie in psychologische Behandlung – und erhielt später die Diagnosen Borderline und Schizophrenie.

    Doch das Schwerste war nicht die Krankheit selbst.

    Es waren die Vorurteile.

    Viele Menschen sahen sie plötzlich als „komisch“, „faul“ oder „nicht belastbar“. Manche Freund*innen wandten sich ab. »Einige hielten mich für dumm, nur, weil ich nicht arbeiten kann«, erzählt Lunu.

    Selbst ihre Eltern, die sich mit Büchern und Videos über ihre Erkrankunginformierten, konnten nie ganz verstehen, was in ihr passiert. »Wie auch?«, sagt sie leise. »Man sieht es ja nicht.«

    In den 1990er-Jahren war es nicht leicht, kompetente Ärzt*innen für psychische Erkrankungen zu finden. Trotzdem erlebte Lunu damals Menschen, die sie ernst nahmen und erklärten, was in ihrem Kopf vorgeht.

    Heute weiß sie: Borderline bedeutet extremes Schwarz-Weiß-Denken.

    »Entweder liebe ich oder ich hasse – meistens mich selbst.«

    Und bei Schizophrenie? »Ich höre manchmal Stimmen, rieche Dinge, die garnicht da sind. Wenn alles plötzlich nach Pfeffer schmeckt, weiß ich: Ein neuer Schub kommt.«

    In der AWO Tagesstätte „Hoffnung“ in Quedlinburg, die sie besucht, fühlt sie sich sicher.

    Sie lacht mit anderen, geht spazieren, spielt, redet. »Hier bin ich einfach ich«, sagt sie.

    Doch draußen ist das anders.

    »Viele Menschen haben noch immer Angst vor psychischen Erkrankungen – auch, weil Medien falsche Bilder vermitteln.«

    Lunu wünscht sich, dass mehr Menschen hinschauen, statt wegzusehen.

    Dass sie zuhören, statt zu urteilen.

    Denn Heilung bedeutet für sie nicht, dass alles verschwindet.

    Heilung bedeutet, mit sich selbst Frieden zu schließen. 💛

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    16 mins
  • Beatrice – Ein Lebensweg durch Burnout, Depressionen und Stigmatisierung
    Sep 9 2025

    Beatrice hat lange Zeit alles für ihren Traumjob gegeben. Dadurch kam ihre Familie zu kurz, und ihr Ehemann konnte kein Verständnis dafür aufbringen. Die Belastungen führten zur Trennung. Vor rund 20 Jahren kam Burnout, später Angststörungen, Panikattacken und Zwangsstörungen hinzu. Eine bipolare Störung wurde ebenfalls diagnostiziert. Beatrice befand sich in stationärer psychiatrischer Behandlung, in die sie sich selbst begeben hatte.

    In der AWO-Tagesstätte „Hoffnung“ in Quedlinburg hatte Beatrice anfangs das Gefühl, dies sei die Endstation. Heute fühlt sie sich dort jedoch sehr wohl, geliebt, wertgeschätzt und endlich verstanden. »Psychisch erkrankte Menschen brauchen andere Menschen und dürfen nicht ausgeschlossen oder verurteilt werden«, lautet ihr Appell an alle. Außerdem wünscht sich Beatrice, dass »Arbeitgeber umfassend zu psychischen Erkrankungen geschult werden sollten, denn sie tragen eine große Mitverantwortung für ihre Angestellten.«

    Der AWO-Podcast „KopfNuss – Ich will gehört werden!“ wird gefördert durch Aktion Mensch.

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    23 mins
  • Miras Weg zurück ins Leben
    Aug 7 2025

    Für viele Angehörige und Freunde kommt die Diagnose einer psychischen Erkrankung plötzlich und unerwartet. Dabeizeigen sich erste Symptome manchmal schon Jahre bevor die betroffene Person überhaupt in Behandlung geht.

    So war es auch bei Mira.

    Bereits in ihrer Jugend zeigte sie erste Auffälligkeiten. Diese wurden zunächst fälschlicherweise als Borderline-Störung diagnostiziert. Dennoch verlief das Leben der jungen Frau zunächst erfolgversprechend. Mira absolvierte eineAusbildung zur Heilerziehungspflegerin und schloss diese mit einer Note von 1,3 ab.

    Es folgten die Hochzeit, Kinder, Hausbau.

    Doch schon kurz darauf bekam das erhoffte Familienglück erste Risse: Der Ehemann war beruflich viel unterwegs und Mira stand mit Haushalt, Kindern und Beruf oft allein da. Daraus resultierte eine zunehmende Überforderung. Es kam zu Wahnvorstellungen, Ruhelosigkeit und Chaos in der Gefühlswelt der jungen Mutter. Auch Alkoholexzessen kamen dazu welche nicht selten mit Notarzteinsätzen und Psychiatrieeinweisungen endeten.

    Wie die AWO Mira dabei geholfen hat, aus dieser Abwärtsspirale heraus und auf den Weg zurück ins Leben zu finden, darüber haben wir mit Mira in dieser Folge von "KopfNuss - Ich will gehört werden", gesprochen.


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    23 mins
  • Enny Von Hoven - AIDS ist kein Todesurteil / Teil 2
    Jul 11 2025

    Im ersten Teil über Enny Von Hoven haben wir über seineHIV-Erkrankung gesprochen und mit verbreiteten Vorurteilen und Irrtümern rundum AIDS und HIV aufgeräumt. Wir wissen jetzt, dass trotz dieser Diagnose einweitgehend normales Leben möglich ist und vor allem, dass HIV unter Behandlungnicht ansteckend ist.

    Aber Enny hat später noch eine weitere Diagnose erhalten undauch darüber ist noch viel Irrglaube in Umlauf – Borderline. Wie bei vielenpsychischen und seelischen Erkrankungen ist der Verlauf beim Borderline vonPerson zu Person verschieden.

    Wie sich diese Erkrankung bei Enny zeigt und wie sein Lebenmit dieser Diagnose aussieht, hören wir im zweiten Teil von „AIDS ist keinTodesurteil“.

    Der AWO Podcast "KopfNuss – ich will gehört werden"wird gefördert durch die Aktion Mensch.

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    12 mins
  • Enny Von Hoven - AIDS ist kein Todesurteil / Teil 1
    Jul 4 2025

    Als er sich nach einem Besuch bei seinen Eltern schlapp fühlte, ahnte Enny noch nicht, dass ein Krankenhausaufenthalt und eine niederschmetternde Diagnose folgen würden.

    "Aufstehen, Krone richten" - mit diesem Motto schaffte der junge Mann es, sich trotz einer positiven HIVirus-Diagnose zurück ins Leben zu kämpfen. Doch während die Erkrankung selbst heute gut behandelbar ist, scheint für zahlreiche Vorurteile und Ängste seine Mitmenschen noch kein Kraut gewachsen zu sein.

    Hören Sie in diesem Zweiteiler aus der Reihe "KopfNuss - Ich will gehört werden" wie sich der Alltag von Enny Von Hoven seit der Diagnose 'HIV positiv' verändert hat, welche Hürden er überwinden musste, wer ihm dabei geholfen hat und was eigentlich der Unterschied zwischen HIV und AIDS ist.

    Der AWO Podcast "KopfNuss" wird gefördert durch die Aktion Mensch.


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    16 mins