
Biometric Go – Das digitale Passfoto - Dawid Snowden
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Sie nennen es Fortschritt – ich nenne es digitale Beugehaft. Ein neues Passbild, sagen sie. In Wahrheit: der Moment, in dem du dein Gesicht dem System übergibst wie ein Köter sein Halsband. Biometric Go ist kein Foto – es ist der Anfang vom Ende deiner Anonymität.
Dein Gesicht wird vermessen, zerlegt, verschlüsselt. Und du glaubst noch, du bist der Besitzer deiner Daten? Lachhaft. Du bist der Rohstoff. Du bist das Produkt. Du bist der Idiot, der freiwillig zur Kamera läuft und denkt, er kriegt einen Ausweis – dabei kriegt er eine Nummer im digitalen Knastsystem.
Wer glaubt, das sei nur Verwaltung, hat nichts verstanden. Das ist der Feldversuch für eine Welt, in der du nur noch funktionierst, solange der Algorithmus kein Problem mit dir hat. Zu kritisch? Zu auffällig? Zu unbequem? Dann wird nicht diskutiert – dann wird gesperrt. Zugang verweigert. Konto eingefroren. Mobilität entzogen. Ein Leben im digitalen Gulag beginnt.
Und während du brav in die Linse grinst, wird dein Gesicht zur Eintrittskarte für alles – und zum Vorwand für deinen Ausschluss. Ob du fliegst, fährst, einkaufst oder atmest – das entscheidet nicht mehr dein Wille, sondern deine Kompatibilität.
Sechs Euro kostet das Bild. Aber was du wirklich bezahlst, ist dein letztes Stück Unabhängigkeit. Biometric Go ist nicht „praktisch“. Es ist pervers. Eine stillgelegte Freiheit, verpackt als Innovation. Wer sich das gefallen lässt, verdient, digital abgewickelt zu werden. Und wer es durchschaut – sollte dringend anfangen, laut zu werden. Bevor auch sein Gesicht nur noch ein Zielkoordinatensatz in Palantirs Todesmaschine ist.