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  • #42 Neue Mathematik für KI - Prof. Dr. Gitta Kutyniok im Gespräch
    Apr 28 2026

    Der Schlüssel zur nächsten Generation intelligenter Systeme – Über Berechenbarkeit, Grenzen und die Zukunft der KI


    In diesem Zoomposium sprechen wir mit Prof. Dr. Gitta Kutyniok über die mathematischen Grundlagen moderner KI. Im Zentrum steht die Frage, wie neuronale Netze theoretisch verstanden werden können und welche neuen mathematischen Methoden notwendig sind, um KI-Systeme zuverlässiger, effizienter und erklärbarer zu machen.


    Dabei geht es nicht nur um Technik, sondern um grundlegende Fragen:

    Was steckt wirklich in der „Black Box“ von Deep Learning?

    Gibt es eine einheitliche mathematische Theorie der Intelligenz?

    Wo liegen die Grenzen der Berechenbarkeit – und was folgt daraus für KI?

    Könnten neue Rechenparadigmen wie neuromorphes Computing diese Grenzen verschieben?

    Und schließlich: Kann Mathematik sogar Bewusstsein erklären?


    Das Gespräch verbindet aktuelle KI-Forschung mit Philosophie, Erkenntnistheorie und Fragen nach der Natur von Intelligenz selbst.


    Themen im Video:

    – mathematische Grundlagen von KI

    – neuronale Netze als strukturierte Funktionsklassen

    – Erklärbarkeit und Zuverlässigkeit

    – Grenzen der Berechenbarkeit

    – neue Paradigmen des Rechnens

    – Strukturenrealismus und KI

    – künstliches Bewusstsein

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    52 mins
  • #41 Bewusstsein vs. Naturalismus - Tobias Schlicht im Gespräch
    Apr 4 2026

    0. Einleitung

    Lieber Herr Professor Schlicht, Ihre Arbeiten zur Natur mentaler Repräsentationen, zur Intentionalität und zur methodischen Grundlegung einer naturalisierten Philosophie des Geistes zählen zu wichtigen Beiträgen aktueller Debatten. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Intentionalität – also die Gerichtetheit mentaler Zustände auf Welt und Objekte – in ein naturwissenschaftliches Weltbild integrieren lässt, ohne in Reduktionismus oder klassische Dualismen zu verfallen.

    1. Intentionalität und Repräsentation

    „…failure to naturalize intentionality and mental representation is partly due to the fact that most participants in the debate take intentionality and mental representation to be equivalent…“

    Dieses Zitat verweist auf das Problem mentaler Verursachung: Wie können mentale Zustände kausal wirksam sein? Sie unterscheiden Intentionalität als Eigenschaft verkörperter Agenten von mentaler Repräsentation als theoretischem Konstrukt. Diese Differenz ist zentral für die Verankerung des Geistes in der Natur und wirft die Frage auf, ob klassische Positionen wie Enaktivismus oder Repräsentationalismus neu bewertet werden müssen.

    2. Mentale Repräsentationen als theoretisches Konzept

    „Der Begriff der mentalen Repräsentation spielt eine zentrale Rolle…“

    Repräsentationen gelten als Schlüsselbegriff kognitiver Wissenschaften, ihre genaue Bestimmung bleibt jedoch umstritten. Ist der Begriff unverzichtbar oder führt er zu theoretischen Verzerrungen? Besonders relevant ist, ob eine naturalisierte Theorie sowohl semantische Strukturen als auch die pragmatische Flexibilität des Denkens erfassen kann.

    3. Semantik, Bedeutung und Geist

    „…mentale Inhalte haben … unterschiedliche semantische Rollen.“

    Wie lässt sich Bedeutung mit physikalischer Beschreibung verbinden? Wie kann die inhaltliche Struktur mentaler Zustände erklärt werden, ohne sie auf neuronale Prozesse zu reduzieren? Und wie lassen sich semantische Theorien mit neurowissenschaftlichen Befunden verknüpfen?

    4. Intentionalität, Kognition und Enaktivismus

    „…there can be creatures … without having the capacity to represent.“

    Wenn Intentionalität nicht an Repräsentation gebunden ist, entsteht ein Zwischenraum zwischen Repräsentationalismus und Enaktivismus. Wie lässt sich dieser bestimmen? Können einfache Organismen intentional sein, ohne Repräsentationen zu besitzen – und wie wäre das empirisch überprüfbar?

    5. Repräsentationen in KI und künstlichem Bewusstsein

    „…whether artificial systems can instantiate structures analogous…“

    Können Maschinen Zustände ausbilden, die menschlichen Repräsentationen ähneln? Welche Rolle spielen funktionale und semantische Aspekte dabei? Und wo liegen Grenzen – insbesondere im Hinblick auf subjektive Erfahrung?

    6. Bewusstsein, Subjektivität und Repräsentation

    „…subjektiver Charakter entsteht durch Integration…“

    Subjektive Erfahrung erscheint als Ergebnis komplexer Integration. Wie klärt dies das Verhältnis von Gehirn, Körper und Erfahrung? Welche Rolle spielt die Semantik – und wo liegen die Grenzen einer naturalisierten Theorie?

    7. Methodische Grundlagen

    „…Verbindung von philosophischer Analyse und empirischer Wissenschaft…“

    „…nur durch die Verbindung von philosophischer Analyse und empirischer Wissenschaft lässt sich die Erklärungslücke überbrücken.“Damit stellt sich die grundlegende Frage: Wie kann Philosophie des Geistes empirisch anschlussfähig bleiben, ohne begriffliche Präzision zu verlieren?Welche Forschungsprogramme erscheinen besonders fruchtbar – etwa Predictive Processing, Enaktivismus oder Neurosemantik – und wo sehen Sie derzeit die größten offenen Probleme?


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    1 hr and 5 mins
  • #40 Hinter dem Ego-Tunnel - Teil 2 - Prof. Thomas Metzinger im Gespräch
    Mar 27 2026

    „Selbstmodelle, Bewusstsein und die Zukunft künstlicher Subjektivität“ – Zoomposium mit Thomas Metzinger Teil 2


    HIER GEHT ES ZUM TEIL 1: https://www.youtube.com/watch?v=bn9m2CRot-Y


    00:00 Intro

    01:19 Bewusstsein auf Maschinen und MPE

    05:30 Leseempfehlung für ZOOMPOSIUM-Hörer

    06:15 Rätsel der Lebendigkeit?

    07:23 Hat Erleben mit Leben zu tun?

    08:57 Synthetische Phänomänologie

    12:12 Tagung des Europarates zu KI

    14:45 Europa, KI und Lobbyismus

    22:57 KI und Dystopien

    28:29 KI und Demokratie

    31:30 KI als "Reifeprüfung" für die Menschheit

    38:30 Neuer Humanismus, Philosophie und Hyperpersonalisierung

    42:50 Positive Szenarien mit KI

    48:20 Neuentdeckung des Humanismus durch KI?



    Teil 1 ist auch auf diesem Kanal zu finden. Also sichern Sie sich jetzt ein Abo 🔔 um auf dem Laufenden zu bleiben.


    Interviewfragen Teil 2:


    5. Selbst, Modellierung und neuromorphe KI


    In Ihren Arbeiten beschreiben Sie Bewusstsein als dynamischen, intern konstruierten Prozess. Das Gehirn vergleichen Sie mit einem Flugsimulator, der ein internes Modell der Welt erzeugt und fortlaufend aktualisiert (Der Ego-Tunnel, 2009).


    • Welche Rolle spielt dieses Modell des phenomenal self in der Diskussion um künstliches Bewusstsein?


    • Wie könnte ein künstliches System ein solches Selbstmodell entwickeln oder simulieren, und wie ließe sich empirisch prüfen, ob es funktioniert?


    Heute wird intensiv an künstlichen neuronalen Netzwerken, neuromorphem Computing, Deep Learning und spiking neural networks geforscht, die sich an biologischen Vorbildern orientieren.


    • Bedeutet diese „Biologisierung“ der KI-Forschung aus Ihrer Sicht einen möglichen Schritt in Richtung künstlichen Bewusstseins oder computational phenomenology?


    • Erleben wir hier einen Paradigmenwechsel weg vom rein datengetriebenen Ansatz des Big Data hin zu funktional-biologischen Modellen?


    • Halten Sie es für denkbar, dass ein künstliches System jemals eine Ich-Erfahrung entwickelt, die mit menschlicher Subjektivität vergleichbar ist – und würde dies die ethische Debatte grundlegend verändern?


    6. Ausblick, Entzauberung und Bewusstseinskultur


    In einem Interview sagten Sie, dass künstliches Bewusstsein vermutlich nicht in naher Zukunft entstehen wird, aber prinzipiell möglich ist, da phänomenale Eigenschaften kausal „von unten“ determiniert seien (hpd-Interview 2022).


    • Was wäre aus Ihrer Sicht der größte erkenntnistheoretische oder ethische Fehler, den die Bewusstseins- oder KI-Forschung in den nächsten zehn Jahren machen könnte?


    • Welche Formen internationaler Regulierung oder Zusammenarbeit halten Sie für notwendig, um synthetische Phänomenologie verantwortungsvoll zu erforschen?


    Im Gespräch mit Philip Kovce sprachen Sie davon, dass wissenschaftliche Erkenntnisse oft „entzaubernd“ wirken und schmerzhafte Illusionen zerstören können.


    • Können Sie dafür ein persönliches Beispiel nennen, und sehen Sie sich selbst als eine Art „Entzauberer“?


    Sie plädieren zudem für die Entwicklung einer neuen Bewusstseinskultur, um verantwortungsvoll mit Bewusstsein umzugehen und Leid zu minimieren.


    • Was verstehen Sie unter diesem Begriff – eine Form säkularer Spiritualität?


    • Sehen Sie die enormen Möglichkeiten von KI eher als Chance oder als Hindernis für die Entwicklung einer solchen Bewusstseinskultur?

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    52 mins
  • #39 Hinter dem Ego-Tunnel - Teil 1 - Prof. Thomas Metzinger im Gespräch
    Mar 23 2026

    „Selbstmodelle, Bewusstsein und die Zukunft künstlicher Subjektivität“ – Zoomposium mit Thomas Metzinger Teil 1


    Teil 2 folgt in Kürze auf diesem Kanal. Also sichern Sie sich ein Abo 🔔 um auf dem Laufenden zu bleiben.


    00:00 Intro

    01:42 Vorstellung

    02:45 Selbstmodell und Ego-Tunnel

    08:58 Kritik aus der Philosophie am Ego-Tunnel

    12:06 Erfahrungen beim Publizieren des Ego-Tunnels

    14:32 Die Ego-Tunnel-Metapher

    18:03 Selbstmodell in der Evolution

    22:20 Karl Friston und Whole-System-Modells

    25:54 Warum ein phänomenales Modell in der Evolution?

    32:13 MPE - Minimalmodellerklärung für Bewusstsein

    39:30 "Reduktionismus" als "Faschismus" in öffentlichen Diskussionen

    43:21 Realismusbegriff und Ding an sich

    46:58 Empirie und wissenschaftliche Methode

    50:09 Sprachliche Probleme bei der Beschreibungs des Subjekts


    0. Einleitung:

    • Können Sie dieses Selbstmodell und seine mögliche Entstehung im Zuge der Evolution näher erläutern?

    • Wenn wir dieses Modell aufgrund seiner Transparenz nicht erkennen können, stellt sich unmittelbar die Frage: Wer ist dann das „Wir“? Sie haben dieses Subjektproblem als ein sprachlich erzeugtes Scheinproblem bezeichnet. Können Sie dennoch versuchen, dieses Problem begrifflich aufzulösen?

    • Inwiefern erlaubt Ihr Modell ein besseres Verständnis von Qualia?


    1. Phänomenologie und Modellbildung

    • Welche theoretischen und praktischen Hürden sehen Sie bei der Formalisierung von Phänomenen wie „Awareness ohne Ich“?

    • Wo liegen aus Ihrer Sicht die prinzipiellen Grenzen formaler Modelle – und worin unterscheiden sie sich von rein philosophischen Beschreibungen?

    • Wie sollten Bewusstseinsforscher:innen mit dem Spannungsverhältnis zwischen subjektiver Erfahrung und objektiven Daten umgehen?

    • Halten Sie es für möglich, dass KI auch eine subjektive Erfahrung entwickeln könnte und wir es aber aufgrund der objektiven Datenlage gar nicht mitbekommen würden, da uns eine Theorie zum phänomenalen Bewusstsein nach wie vor fehlt?


    2. Computational Phenomenology & Minimal Phenomenal Experience

    • Wie würden Sie computational phenomenology möglichst einfach definieren, und warum halten Sie MPE für ein besonders geeignetes Forschungsziel?

    • Wenn diese Zustände keine starke Ich-Perspektive, aber eine stabile Bewusstheit aufweisen – was sagt das über die Struktur normalen Bewusstseins aus?

    • Welche empirischen Methoden erscheinen Ihnen geeignet, um MPE-Phänomene systematisch zu erfassen und mit formalen Modellen zu verbinden?


    3. Artificial Consciousness & Synthetic Phenomenology

    • Was verstehen Sie unter synthetic phenomenology, und warum halten Sie dieses Forschungsfeld für besonders risikobehaftet?

    • Weshalb gehört das Risiko künstlichen Leidens Ihrer Ansicht nach bereits heute in die ethische Debatte – und nicht erst in eine ferne Zukunft?

    • Welche Arten künstlicher Systeme sollten besonders kritisch betrachtet oder möglicherweise vorerst nicht erforscht werden?


    4. KI-Ethik, Bewusstsein und Leiden

    • Können Sie diesen Unterschied für Nicht-Spezialist:innen erläutern und erklären, warum er für die ethische Bewertung von KI so relevant ist?

    • Unter welchen Bedingungen – wenn überhaupt – würden Sie davon sprechen, dass eine Maschine „Leid“ erlebt?

    • Welche rechtlichen, technischen oder regulatorischen Konsequenzen hätte eine solche Zuschreibung?

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    57 mins
  • #38 Ist Struktur die wahre Realität? - Prof. Michael Esfeld im Gespräch
    Mar 4 2026

    Metaphysik, Strukturenrealismus und die Grundlagen der Naturwissenschaften

    Willkommen zu einer weiteren Ausgabe von Zoomposium, unserem interdisziplinären Gesprächsformat zu zentralen Fragen von Wissenschaft und Philosophie. In diesem Interview sprechen wir mit Prof. Dr. Michael Esfeld, Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Universität Lausanne und einem der einflussreichsten Vertreter der gegenwärtigen Philosophie der Naturwissenschaften.

    Michael Esfeld steht für einen naturwissenschaftlichen Realismus, der metaphysische Reflexion als notwendige Ergänzung empirischer Forschung versteht. Seine Arbeiten verbinden Physik, Metaphysik und Philosophie des Geistes zu einer systematischen Gesamtperspektive. Drei Leitideen prägen seinen Ansatz: Strukturenrealismus, Holismus und eine realistische Metaphysik der Natur.

    Im Zentrum des Gesprächs steht die Rolle der Metaphysik in den Naturwissenschaften. Für Esfeld ist sie kein spekulativer Gegenentwurf zur Wissenschaft, sondern Teil einer umfassenden Weltsicht. Sie soll, ausgehend von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, zu einem kohärenten Bild der Wirklichkeit beitragen. Metaphysische Theorien versteht er nicht als endgültige Wahrheiten, sondern als hypothetische Modelle, die sich wie wissenschaftliche Theorien an Argumenten und Kohärenz messen lassen.

    Ein Schwerpunkt liegt auf Esfelds Beitrag zum ontischen Strukturenrealismus. Diese Position besagt, dass die fundamentale Wirklichkeit primär aus Relationen und Strukturen besteht. In seiner moderaten Variante werden Objekte nicht eliminiert, sondern als Knotenpunkte relationaler Strukturen aufgefasst – ohne eigenständige intrinsische Identität. Ziel ist eine Ontologie, die den Ergebnissen moderner Physik gerecht wird und anschaulich bleibt.

    Eng verbunden damit ist sein holistischer Ansatz. Esfeld argumentiert, dass physikalische Systeme ebenso wie mentale Phänomene nur als Ganzheiten verstanden werden können. Holismus ist hier keine Randthese, sondern eine grundlegende Perspektive. Besonders deutlich zeigt sich dies in der Quantenphysik, in der Eigenschaften einzelner Systeme häufig nur im Kontext größerer Zusammenhänge bestimmbar sind. Zugleich stellt sich die Frage, wie ein solcher Holismus auf Bewusstsein, Intentionalität und andere geistige Phänomene angewendet werden kann.

    Ein weiterer Themenbereich betrifft das Verhältnis von Naturwissenschaft und menschlicher Freiheit. Esfeld weist die Annahme zurück, wissenschaftlicher Realismus führe notwendig zu einem deterministischen Weltbild, das Freiheit ausschließt. Wissenschaftliche Praxis setzt vielmehr die Fähigkeit zu freier Urteilsbildung voraus. Objektivität bedeutet für ihn die Möglichkeit, Theorien intersubjektiv und unabhängig von individuellen Perspektiven zu prüfen.

    Besondere Aufmerksamkeit gilt Esfelds Arbeiten zur Metaphysik der Quantenmechanik. Mit seinem Ansatz eines „Quantum Humeanism“ entwickelt er eine Interpretation, nach der die Welt aus einer grundlegenden materiellen Struktur besteht, ohne dass Größen wie Masse oder Ladung als intrinsische Eigenschaften gelten müssen. Solche Größen erscheinen als Bestandteile theoretischer Beschreibungen, während die Basisebene aus relational strukturierten materiellen Elementen besteht. So lassen sich auch Phänomene wie Nichtlokalität mit einem physikalistischen Weltbild vereinbaren.

    Abschließend richtet sich der Blick auf die Grenzen wissenschaftlicher Erklärung. Esfeld kritisiert eine Überdehnung des Wissenschaftsbegriffs im Sinne eines Szientismus. Wissenschaft hat einen umrissenen Gegenstandsbereich und kann nicht alle Dimensionen menschlicher Existenz erfassen. Moralische und normative Fragen lassen sich nicht vollständig wissenschaftlich begründen, auch wenn empirische Erkenntnisse relevant sind.

    Das Interview zeigt, wie eng Philosophie und Naturwissenschaft verflochten sind. Grundfragen nach Wirklichkeit, Struktur und Erkenntnis behalten ihre Aktualität – gerade in einer Zeit zunehmender Spezialisierung.

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    1 hr and 23 mins
  • 🧠🔍 Folge 3: Gedankenlesen per Hirnscanner – Staffel 1 „Kaleidoskop der Wissenschaft“
    Feb 8 2026

    Wie nah sind wir wirklich daran, Gedanken aus dem Gehirn auszulesen?


    In Folge 3 unseres neuen Formats „Kaleidoskop der Wissenschaft“ diskutieren Experten, warum Hirnscanner Fortschritte machen – aber auch, warum Gedankenlesen nicht einfach ist: Jede Person ist einzigartig, die Dekodierung erfordert Trainingsdaten, und der Kontext unserer Sprache in der Community spielt eine zentrale Rolle.


    Wir werfen einen Blick auf:

    • Basale Dekodierung von Gehirnaktivität mit Machine Learning

    • Grenzen des Gedankenlesens bei komplexen Inhalten

    • Philosophischer Externalismus: Wie Sprache und Gemeinschaft Bedeutung prägen

    • Ethische Fragen: „Adversarial Mind Reading“ und Schutz der Privatsphäre


    Dieses Kaleidoskop wissenschaftlicher Perspektiven zeigt: Gedankenlesen ist spannend, aber noch lange keine Science-Fiction, die alles aus uns herauslesen kann.

    📺 Jetzt ansehen auf YouTube: https://youtu.be/3p96qQQkUE8


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    9 mins
  • #37 Bewusstsein verstehen - Zoomposium mit Lukas Kob
    Jan 17 2026

    Ein Interview über Bewusstsein, Strukturalismus und Künstliche Intelligenz


    1. Viele Menschen erleben Bewusstsein als etwas Selbstverständliches. Sie hingegen untersuchen es mit einem strukturalistischen Ansatz.


    • Warum ist es wichtig, Bewusstsein nicht einfach als gegeben hinzunehmen, sondern wissenschaftlich und philosophisch zu analysieren?


    • Sie arbeiten an der Schnittstelle von Philosophie und Neurowissenschaften: Was können neuronale Aktivitätsmuster über Bewusstsein aussagen – und wo liegen ihre Grenzen?


    2. In Ihrem Artikel „Exploring the role of structuralist methodology in the neuroscience of consciousness“ (2023) argumentieren Sie, dass Bewusstseinszustände nicht isoliert, sondern nur über relationale Strukturen verstanden werden können.


    • Können Sie die Grundidee des strukturalistischen Ansatzes kurz erläutern? Was ist mit relationalen Strukturen gemeint, und wie versteht der Strukturenrealismus Bewusstsein?


    • Wie erklären Sie den Begriff des „neuronalen Korrelats des Bewusstseins“ (NCC), und welchen Beitrag leistet der Strukturenrealismus zu seiner Identifikation?


    • Inwiefern hilft dieser Ansatz, NCCs präziser zu bestimmen?


    3. Klassische Kontrastanalysen stoßen oft an Grenzen, wenn subjektive Erfahrungen direkt mit neuronalen Aktivitäten verglichen werden. Sie schlagen stattdessen strukturalistische Methoden vor:

    „Methodological structuralism … seeks to identify neural correlates of consciousness by mapping phenomenal similarity relations onto neural similarity relations.“


    • Welche Vorteile bietet dieser Ansatz für die empirische Bewusstseinsforschung?


    William James beschrieb Bewusstsein als die „Summe aller Erfahrungen“.


    • Wie kann der Strukturenrealismus helfen, diese subjektive Dimension philosophisch fundiert und empirisch überprüfbar zu erfassen?


    Zugleich schreiben Sie:


    „Structuralism provides a comprehensive description of the neural encoding of content, but it is inadequate for fully explaining conscious experience.“


    • Welche methodischen Herausforderungen ergeben sich bei der Quantifizierung struktureller Ähnlichkeiten zwischen Erleben und neuronalen Aktivitätsmustern?


    4. Angesichts aktueller Fortschritte in KI und der Forschung an organoiden Mini-Gehirnen stellt sich die Frage nach Anwendungen strukturalistischer Bewusstseinsforschung in künstlichen Systemen. Ihr Ansatz ist besonders relevant für die „computational phenomenology“, die versucht, qualitative Erfahrungen formal zu modellieren:


    „Contents could be processed in a silicon-based system and the consciousness of those contents in an artificial organoid.“


    • Welche Perspektiven eröffnet Ihre Forschung für die Entwicklung von „artificial consciousness“, also Systemen, die Bewusstseinsstrukturen nicht nur simulieren, sondern nachvollziehen könnten?


    5. In „Methodological structuralism and the two-factor approach“ (2025) kombinieren Sie den Strukturalismus mit einem Zwei-Faktor-Modell: Relationale Strukturen liefern den Inhalt, ein zweiter Faktor verleiht Bewusstsein.


    „The crucial question … is whether the content encoded by DNNs could become conscious if a suitable consciousness-conferring factor interacted with it.“


    • Wie kann dieses Modell helfen, künstliche Systeme zu entwickeln, die nicht nur Verhalten imitieren, sondern die Struktur bewusster Zustände abbilden?


    • Ermöglicht Ihr Ansatz neue Kriterien, um zu beurteilen, ob eine KI wirklich bewusst ist oder lediglich bewusstseinsähnliches Verhalten zeigt?

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    1 hr and 12 mins
  • 🧠 Folge 2: Das Qualia-Problem – Staffel 1 Kaleidoskop der Wissenschaft 🔭
    Dec 16 2025

    Willkommen zurück bei „Kaleidoskop der Wissenschaft“auf dem YouTube-Kanal Zoomposium! 📽🌐

    Auch in der zweiten Folge bringen wir führende Expertenzusammen, die in kurzen, prägnanten Statements komplexe Fragen der Bewusstseinsforschung beleuchten – interdisziplinär, verständlich und auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Debatte.


    🎯 Folge 2: Bewusstsein im Fokus – Vertiefung zentraler Grundfragen

    In dieser Folge widmen wir uns einem der faszinierendsten undzugleich schwierigsten Themen der Philosophie und Neurowissenschaft:


    🟣 Was ist das Qualia-Problem – und können wir es wissenschaftlich lösen?

    Warum fühlt sich eine Sauerkirsche so an, wie sie schmeckt?
    Warum erleben wir Farben nicht nur als Lichtwellen, sondern alsetwas?
    Und lässt sich dieses subjektive Erleben – die berühmten Qualia – jemals vollständig in neuronale Prozesse übersetzen?

    Unsere Experten diskutieren u. a.:

    • Warum subjektives Erleben nicht einfach mit semantischem Gehalt von Gedanken identisch ist

    • Weshalb Neurowissenschaften zwar Korrelate des Erlebensfinden, aber das „Wie es sich anfühlt“ kaum erklären können

    • Wo die Grenzen empirischer Forschung zur 1.Person-Perspektive verlaufen

    • Ob es „kleine“ lösbare Qualia-Probleme gibt – etwa dieEinordnung neuer Sinneseindrücke in einen multidimensionalen Erlebnisraum

    • Warum das große Qualia-Problem möglicherweise prinzipiell unerreichbar für die Wissenschaft bleibt

    • Und weshalb Science-Fiction-Figuren wie Mr. Spock oder Commander Data helfen, zwischen Denken und Erleben zuunterscheiden

    Diese Folge zeigt: Das Qualia-Problem ist nicht nur einephilosophische Herausforderung, sondern berührt fundamentale Fragen nach der Natur des Bewusstseins – und nach den Grenzen wissenschaftlicher Erklärbarkeit.


    👥 Mit dabei sind renommierte Experten:

    • Konrad Körding – Computational Neuroscience & Bayes’sche Modelle

    • Patrick Krauß – Neurowissenschaften, KI und linguistische Kognition

    • Holger Lyre – Philosophie des Geistes, Bewusstsein & Wissenschaftstheorie

    • Achim Stephan – Affektivität, situierte Kognition & Emergenz

    Ihre Perspektiven formen erneut ein lebendiges, vielfältiges Bild – ein echtes Kaleidoskop der Wissenschaft.

    🎬 Bleiben Sie dran, abonnieren Sie den Kanal und klicken Sie auf den Link am Ende des Videos, um weitere Folgen der zweiten Folge nicht zu verpassen!

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    9 mins