• „Ich hatte Lust auf etwas anderes"
    May 9 2026

    Schwester Theresita Maria ist seit 41 Jahren Ordensschwester – und erklärt das so: Sie hatte einfach Lust auf etwas anderes. Keine Erscheinung, kein Donnerschlag, nur ein Gefühl. Im Gespräch mit Dani Korsch erzählt die Theologin und Harfenspielerin, warum der durchgetaktete Klosteralltag sie befreit statt einengt, was die Ordenstracht mit Persönlichkeit zu tun hat – und warum man als Schwester bei Rot über die Ampel besser nicht erwischt werden sollte.

    Transkipt

    Dani Korsch: Als ich hörte, die Schwestern der Maria Magdalena Postel machen einen Podcast, hatte ich sofort den Gedanken, da muss eine Schwester her, mit der man mal ein bisschen ins Detail geht. Schön, dass ich dich heute hier sitzen habe. Schwester Teresita Maria. Magst du dich vielleicht einmal kurz vorstellen und uns vielleicht schon einen Einblick geben, wann hattest du das erste Mal das Gefühl, Ordensschwester, das wird mein Weg?

    Sr. Theresita Maria: Gerne. Also Schwester Theresita Maria. Ich bin seit 41 Jahren in diesem Verein, hier in der Ordensgemeinschaft der Schwestern der Heiligen Maria Magdalena Postel. Vorher habe ich nach dem Abi Theologie und Musik studiert, war als Lehrerin und Erzieherin tätig. Drei Jahre und in der Zeit habe ich tatsächlich gedacht, oder kam mir die Idee in den Kopf, ach nee, ich will nicht heiraten, sondern für Gott und viele Menschen leben. Das war so eine Idee. Ich habe vier Geschwister, die haben alle nacheinander geheiratet und Kinder bekommen, zumindest drei der vier. Aber ich dachte, ich habe Lust auf etwas anderes. Und dann habe ich mich auf die Suche begeben, dachte erst, ich lebe so alleine. Dann dachte ich, nö, so als eher rheinische Frohnatur ist es vielleicht schöner, in einer Gemeinschaft zu leben. Das würde besser zu mir passen. Und dann habe ich irgendwo anders Kloster auf Zeit gemacht und zwei Wochen und traf da eine, die ich gefragt habe, hey, willst du auch vielleicht ins Kloster gehen? Ja, vielleicht, aber wenn dann in Bestwig, guck doch da mal vorbei. Und dann kam ich hier hin und die Helle und Offenheit sprach mich einfach an. Ich kann jetzt nicht sagen, die und die theologische Richtung, das ist alles erstmal irrelevant. Ja, und dann bin ich in demselben Jahr noch, nach vielen Monaten des Zweifelns, Überlegens hin und her, hier habe ich an die Türen geklopft und gesagt, ich möchte gerne hier mit euch leben. Und was mich eben fasziniert hat, so war der Gedanke, mit anderen Frauen in Gemeinschaft zu leben, die so dieselbe Idee von Leben haben, von Leben für Gott und die Menschen. Und das habe ich hier gefunden. Und da ich immer noch da bin, denke ich, war es der richtige Weg für mich.

    Dani Korsch: Du sagtest eine, da gab es eine Frau, die auch die Idee hatte und die sagte, komm doch mal nach Bestwig. Das heißt, das war so der ausschlaggebende Punkt für dich, die Begegnung. Kannst du dich noch an die Frau erinnern? Ist die heute auch noch hier?

    Sr. Theresita Maria: Die ist jetzt unsere Provinzoberin. Tatsächlich, das war Schwester Johanna. Wir waren da zufällig gemeinsam in diesem anderen Orden, um die Kar- und Ostertage zu verbringen. Und da habe ich die einfach gefragt. Ich fand sie sympathisch natürlich. Und dann sagte die spontan, wenn dann in Bestwig. Die kannte den Orden schon, weil sie hier aus der Nähe kommt, im Gegensatz zu mir. Und ja, so war das. Und ich habe tatsächlich auch noch die ersten Schwestern vor Augen, denen ich hier begegnet bin. Das ist ja jetzt 42 Jahre her. Und ja, so Bilder, so Eindrücke prägen einen ja auch. Und besonders die Begegnung auch mit Schwester Aloisia, die damals Novizenmeisterin war und die mich dann herumgeführt hat und mir ganz viele Fragen beantwortet hat. Das war sicher auch so eine prägende Gestalt.

    Dani Korsch: Wenn man jetzt die 42 Jahre zurückgeht, ist man ja vielleicht gerade so in einem Lebensabschnitt, wo man sich jetzt beruflich orientiert. Jetzt ist das ja nicht so, dass ich als Jugendliche das...

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    22 mins
  • Mit dem Smartphone am Bett – Sechs Stunden am Tag gespart
    Apr 11 2026

    Nathalie Rammert leitet die Pflegeinnovation bei der Seniorenhilfe SMMP. In der neuen Folge von „Postels Stimmen" erzählt sie, wie eine KI-gestützte Sprachdokumentation den Alltag in den Senioreneinrichtungen verändert. Pflegekräfte dokumentieren jetzt direkt im Bewohnerzimmer statt am PC im Dienstzimmer. Die Idee dazu kam nicht aus der Chefetage – sondern von Mitarbeitenden, die sie von einer Messe mitbrachten. Außerdem: Warum Sensoren Stürze erkennen, wie ein Wohnbereich seine Dienstzeiten selbst bestimmt und was passiert, wenn man Pflegekräften einfach mal zutraut, Dinge neu zu denken.

    Transkript verfügbar

    Irena Oberwald: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Postells Stimmen, der Podcast, in dem wir Menschen von SMMP eine Stimme geben. Heute sprechen wir ein wenig über Pflegeinnovation und ich darf Nathalie Rammert begrüßen. Hi, schön, dass du da bist.

    Natalie Rammert: Hi, ich sage einmal ein paar Worte zu mir, Nathalie Rammert. Ich bin im Qualitätsmanagement, ich leite das Qualitätsmanagement und die Pflegeinnovation bei der Seniorenhilfe SMMP. Ich bin seit sechs Jahren ungefähr bei SMMP im Qualitätsmanagement angefangen.

    Irena Oberwald: Ja, schön, dass du da bist. Dankeschön. Das ist sehr interessant. Kannst du uns so ein bisschen was über deine Rolle erzählen, also was so genau deine Aufgaben sind? Erzähl uns einfach ein bisschen was, dass die Hörer, Zuschauer ein paar Einblicke bekommen.

    Natalie Rammert: Genau, also im Qualitätsmanagement ist ja das typische Qualitätsmanagement, dass wir halt wirklich ein QM-Handbuch haben, dass wir interne Audits durchführen. Das Ganze ist aber, würde ich jetzt sagen, sehr praxisnah und sehr kollegial. Wir haben viele Austauschtermine, viele Arbeitskreise, wo wir uns treffen, wo wir Sachen abstimmen. Das heißt, es ist nicht ein QM, was einfach von oben über gestülpt wird, sondern ein gelebtes QM. Wir haben derzeit ungefähr 1500 QM-Dokumente im Handbuch, die dann halt auch wirklich regelmäßig überarbeitet werden und immer wieder angepasst werden. Genau, im Bereich Pflegeinnovation ist es so, dass wir den Bereich jetzt gerade neu so auch betitelt haben. Vorher hieß es Projektmanagement. Im Projektmanagement ist es ja so, dass wir Projekte begleiten, also schon ab dem Wunsch des Projektes oder der Idee bis hin zur Umsetzung, dass es dann irgendwann in den Alltag gelangt. Wir haben aber ja jetzt bei uns im Bereich nicht alle Projekte, sondern halt wirklich die Projekte, die wirklich für die Pflege sind, also Pflegeinnovation. Deswegen haben wir es jetzt umbenannt, weil wir im Bereich Personalentwicklung oder so ja auch Projekte haben. Im Bereich Pflegeinnovation haben wir gerade sehr viele schöne, spannende Projekte. Natürlich auch viel zum Thema Digitalisierung, womit wir halt die Pflege unterstützen und vorantreiben wollen.

    Irena Oberwald: Das hört sich wunderbar an. Sehr spannendes Thema. Hast du so ein paar Beispiele jetzt von einem optimalen Projekt, was wirklich gut angekommen ist, gut integriert ist in den Alltag und wirklich auch innovativ ist?

    Natalie Rammert: Also wir haben jetzt quasi heute Start in der letzten stationären Einrichtung mit der sprachgesteuerten, KI-basierten Sprachdokumentation mit Voice. Das heißt, dann haben wir alle stationären Einrichtungen mit Voice ausgestattet. Wir haben 2023 im Appell mit dem Haus Maria in Geseke gestartet und da die Sprachdokumentation eingeführt und jetzt nach und nach halt die anderen Einrichtungen folgen lassen. Da bin ich sehr stolz drauf und da können wir auch alle sehr stolz drauf sein, vor allen Dingen auch die Mitarbeiter in den Einrichtungen, dass das so gut funktioniert und dass wir da so begeistert von sind. Mit der Sprachdokumentation ist es so, dass wir halt direkt vor Ort in den Patientenzimmer, Bewohnerzimmern dokumentieren können. Das wird sofort an das System weitergegeben und wir haben alle Dokumentationen, Pflegeberichtseinträge, Vitalzei...

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    20 mins
  • Postels Stimmen - Die Erste
    Apr 1 2026

    Nachts an der Pinnwand – wie eine Pflegekraft einen Podcast erfand

    Irena Oberwald sprang in den Nachtdienst ein, suchte in der Pause nach einem guten Podcast – und fand keinen. Also beschloss sie, selbst einen zu machen. In der ersten Folge von „Postells Stimmen" erzählt die Pflegefachkraft und frischgebackene Pflegeinnovatorin, wie aus einer Idee am schwarzen Brett ein richtiges Projekt wurde. Warum sie sich nach fünf Jahren bei SMMP immer noch jeden Tag über die Vielfalt des Trägers wundert. Und warum der Name des Podcasts kein Zufall ist, sondern ein Bekenntnis.

    Transkript

    Dani Korsch: Herzlich willkommen zu Postels Stimmen, dem Podcast, in dem wir Menschen aus SMMP eine Stimme geben und sie gemeinsam ins Gespräch bringen. Ich freue mich, heute hier mit einer ganz besonderen Person zu sitzen, Irena Oberwald, ohne die es den Podcast nicht gäbe. Herzlich willkommen. Hi. Bevor wir zum Thema Podcast Näheres besprechen, würde ich gerne erst einmal über dich Näheres erfahren wollen. Was machst du? Wie bist du zu SMMP gekommen?

    Irena Oberwald: Ja, erstmal vielen Dank, dass wir zusammensitzen dürfen. Ja, ich bin vor fünf Jahren durch einen reinen Zufall zur SMMP gekommen. Wir haben ein Haus gekauft im kleinen Dörfchen, war das so die Städte. Und ja, bin halt immer täglich den Weg zur Arbeit an so einem Schild vorbeigefahren. Da stand Altenheim drauf, ganz klassisch. Und irgendwann habe ich mir gedacht, ach komm, versuchst es doch mal, gehst du wieder stationär. Und ja, das war mein Glücksgriff tatsächlich. Ich bin sehr schnell wieder in die Führungsposition gekommen. Also von der klassischen Pflegefachkraft mache ich Praxisanleitung, Wohnbereichsleitung, stellvertretende Pflegedienstleitung. Und tatsächlich seit jetzt ganz frisch, tatsächlich bin ich zu 50 Prozent in der Pflegeinnovation tätig. Und da bin ich sehr, sehr gespannt drauf. Ja, nochmal ein paar verschiedene, aus verschiedenen Perspektiven, genau, die Dinge zu sehen.

    Dani Korsch: Schön. Was gefällt dir ganz besonders an deiner Arbeit? Wie kommt man überhaupt heutzutage noch auf das Thema Seniorenhilfe, dass man da dabei sein möchte? Pflege ist ja nicht mehr so beliebt eigentlich in unserer Gesellschaft als Arbeit.

    Irena Oberwald: Ja, da hast du recht. Das ist traurig, weil es gibt keinen anderen Beruf, glaube ich, der so wertschätzend ist. Also ich meine jetzt nicht von der Popularität von außerhalb, sondern tatsächlich von den Menschen, denen man was Gutes tut, denen man hilft. Also diese Wertschätzung ist intern, diese Wertschätzung ist direkt persönlich. Und das ist das Schöne. Dann natürlich dieses stetige Lernen. Also ich lerne fast täglich dazu. Ich habe immer Abwechslung. Jeder Tag ist anders. Es ist nie gleich. Ja, ich arbeite mit verschiedenen Berufsgruppen zusammen. Ich arbeite in SMMP mit verschiedenen Bereichen zusammen. Also eigentlich, besser kann es gerade nicht sein.

    Dani Korsch: Das ist schön zu hören. Das freut mich. Das hört sich so an, als wärst du angekommen.

    Irena Oberwald: Ja, tatsächlich. Jetzt mit der Pflegeinnovation, also mit dieser neuen Stelle, ist es ja so, dass ich weg aus der direkten Pflege in dieser Zeit bin, aber dann auch wieder in der direkten Pflege bin. Das heißt, ich habe diese zwei Seiten, diese zwei Perspektiven und kann, finde ich, tatsächlich vielleicht sogar noch mehr mitreden als jemand, der ganz raus ist aus der Pflege und ganz den Kontakt zu den Menschen verliert.

    Dani Korsch: Und irgendwie bist du ja auf die Idee Podcast plötzlich gekommen, neben deiner Arbeit. Das ist im Rahmen von SMMP verbindet. Der Wettbewerb, der seit 2022 bei SMMP stattfindet und immer ausgeschrieben wird. Wie hast du davon gehört? Wie bist du auf die Idee gekommen?

    Irena Oberwald: Ja, tatsächlich musste ich in den Nachtdiens...

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    16 mins