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Krieg im Nahen Osten: Hat Trump eine Exit-Strategie?

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Donald Trump ist mit dem Versprechen angetreten, keine neuen Kriege zu beginnen. Nun sprechen die USA offiziell von Krieg gegen den Iran. Nach massiven Luftschlägen auf iranische Ziele kündigt der Präsident eine weitere militärische Welle an, schließt sogar Bodentruppen nicht mehr kategorisch aus und ruft US-Bürger zur Ausreise aus der gesamten Region auf. Seit Beginn der Angriffe wurden nach US-Angaben mehr als tausend Ziele ins Visier genommen. Die Strategie wirkt klar: maximale militärische Wirkung in möglichst kurzer Zeit. Schnell Fakten schaffen, Stärke demonstrieren, den Erfolg erklären. Militäranalysten wie der frühere US-General Ben Hodges beschreiben dieses Muster als Versuch einer schnellen, klar begrenzten Operation mit minimalen eigenen Verlusten. Doch wie realistisch ist dieses Szenario? In dieser Episode ordnet Angela van Brakel die aktuelle Lage ein. Sie analysiert Trumps militärische Strategie, die politischen Ziele dahinter und die offenen Fragen, die im Weißen Haus bislang unbeantwortet bleiben. Wie klar ist das Kriegsziel tatsächlich formuliert? Gibt es eine Exit-Strategie? Und welches Risiko geht der Präsident innenpolitisch ein? Der Iran reagiert mit Vergeltungsschlägen auf US-Militärstützpunkte in mehreren Ländern der Region. Auch aus dem Libanon greifen mit dem Iran verbundene Kräfte ein. Die Kampfzone weitet sich aus. Selbst touristische Zentren bleiben nicht verschont. Lufträume sind gesperrt, Reisende sitzen fest, Kreuzfahrtschiffe liegen in Häfen fest, Hotels werden getroffen. Die Sorge vor weiterer Eskalation wächst. Gleichzeitig steigt der Ölpreis deutlich. Die Seeblockade der Straße von Hormus, einer zentralen Route für den weltweiten Energiehandel, hat unmittelbare Folgen. Auch in Europa und den USA wird Tanken teurer. Außenpolitik wird zum Alltagsthema. Innenpolitisch steht Trump unter Druck. Laut einer aktuellen Umfrage befürwortet nur rund ein Viertel der Amerikaner die Angriffe, eine Mehrheit lehnt sie ab oder ist unentschlossen. Während viele Republikaner hinter dem Präsidenten stehen, kommt aus Teilen der eigenen MAGA-Basis Kritik. Trump hatte versprochen, die USA aus neuen Kriegen herauszuhalten. Auch die Demokraten sind gespalten. Einige unterstützen die Militärschläge, viele werfen dem Präsidenten vor, die War Powers Resolution umgangen zu haben, also den Kongress nicht ausreichend eingebunden zu haben. Vor allem fehlt ihrer Meinung nach eine klare Exit-Strategie. Wie lange soll dieser Krieg dauern? Trump spricht von vier Wochen. Militärexperten halten deutlich längere Zeiträume für möglich. Für den Präsidenten ist der Konflikt damit nicht nur außenpolitisch, sondern auch innenpolitisch riskant. Ein Krieg im Jahr der Zwischenwahlen birgt enormes politisches Eskalationspotenzial. In dieser Lage reist Bundeskanzler Friedrich Merz nach Washington. Das Treffen im Weißen Haus wird zum Balanceakt. Merz hat die US-Luftschläge nicht verurteilt, zugleich aber vor weiterer Eskalation gewarnt. Wie sich dieser Krieg entwickelt und was der Besuch des Kanzlers bedeutet, ordnet Angela van Brakel in der nächsten Folge gemeinsam mit dem renommierten US-Journalisten Erik Kirschbaum ein. Ein ALL EARS ON YOU Original Podcast.
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