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Die Zu Spät Show

Die Zu Spät Show

By: Ian DeBay
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Ein Late Night Comedy Podcast. Gesellschaft, Politik, Klima, Alltag satirisch betrachtet, mit viel schwarzem Humor. Je dunkler die Nacht, umso dunkler der Humor.© 2025 Ian DeBay Performing Arts Social Sciences Stand-up Shows
Episodes
  • Wie geht's und warum wir gehen
    Feb 26 2026

    „Wie geht’s?“: eine Floskel, die wir alle nutzen, die uns aber im Grunde völlig egal ist.

    Eigentlich ist es eine nette Geste. Man tut so, als würde man sich interessieren. Aber wehe, das Gegenüber antwortet ehrlich. Ein „Schlecht“ oder „Furchtbar“ ist der soziale Super-GAU. Es gibt nur eine akzeptable Antwort: „Gut, und dir?“. Wobei das „und dir?“ auch gelogen ist, weil es dich eigentlich nicht interessiert. Doch was passiert, wenn wir die Frage ernst nehmen? Nicht im emotionalen Sinne, sondern rein mechanisch: Wie geht gehen?

    Die Typologie des Gehens: Sag mir, wie du läufst ...

    Wenn man genauer hinschaut, ist Gehen nicht gleich Gehen. Die Art, wie wir uns fortbewegen, verrät alles über unseren momentanen Zustand:

    • Der Fluchtmodus: Man geht schnell, den Kopf gesenkt, um bloß nicht aufzufallen oder so schnell wie möglich wieder in der sicheren Wohnung zu verschwinden.
    • Der Kraftprotz: Brust raus, energetisch, prescht voran und lässt die „lahmen Schnecken“ hinter sich.
    • Der Drangvolle: Schnell, aber zusammengezwickt – der klassische Gang zum nächsten Klo.
    • Der Bummler: Langsames Schlendern, Mäandern durch die Stadt, vielleicht weil man zu früh dran ist oder gar nicht erst zum Termin bei den Schwiegereltern will.
    • Der Kinder-Stil: Der Boden ist Lava, rückwärts hüpfen, auf Striche achten – die kreativste Form der Fortbewegung.
    Das Fundament der Menschlichkeit (und der Fetische)

    Gehen ist das, was uns zu Menschen macht. Es ist unser Alleinstellungsmerkmal gegenüber Tieren. Außer Männchen machenden Hunden.

    Deshalb feiern wir die ersten Schritte eines Babys wie ein monumentales Ereignis (bevor wir merken, dass wir jetzt alles in der Wohnung 20 Zentimeter höher stellen müssen).

    Diese fundamentale Bedeutung erklärt vielleicht auch, warum Füße ein so prominentes Thema in der Populärkultur und im Internet sind. Ob man nun – wie ich gehört habe – Urin aus Stöckelschuhen trinkt oder zu der Gruppe Frauen gehört, die mit Fußfotos im Netz reich werden: Die Füße tragen uns durchs Leben.

    Der Service-Hack: Die Gegenfrage als Filter

    Ich möchte dir heute ein Werkzeug an die Hand geben. Wenn dich das nächste Mal jemand mit einem „Wie geht’s?“ überfällt, nutzt die Gegenfrage: „Möchtest du wissen, wie mein Gemütszustand ist, oder willst du wissen, wie meine Fortbewegung funktioniert?“

    Das ist der perfekte Gesprächs-Opener. Es bricht das langweilige „Gut und dir“ auf und hat einen entscheidenden Vorteil: Wenn dein Gegenüber daraufhin entnervt abzieht, weißt du sofort, dass du deine Zeit nicht mit einem humorlosen Bastard verschwenden musst.

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    Musik-Credit: „One Too Many Ghosts“ – PremiumBeat via Envato Elements

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    17 mins
  • Runter mit den Masken: Warum die Fastenzeit besser ist als Fasching
    Feb 19 2026

    Aschermittwoch: Der Fasching ist vorbei. Die Zeit von Jux und Tollerei, wie wir jungen Menschen sagen würden, hat ein Ende gefunden. Endlich ist die Ballsaison in Wien vorbei, die grölenden Massen ziehen ab und das Zuckerbrot wird durch die Peitsche ersetzt. Die Fastenzeit ist da – und damit endlich wieder ein bisschen Ruhe und Bescheidenheit.

    Der Alltag als eigentlicher Maskenball

    Ich werde oft als Verkleidungsbanause bezeichnet, und das stimmt: Alles, was über das Kämmen meiner Haare hinausgeht, ist mir zu viel Aufwand. Aber ich habe eine Theorie: Diejenigen, die sich zum Fasching verkleiden, tun das eigentlich gar nicht. Die wahre Verkleidung tragen wir im Alltag. Wenn wir uns in Anzüge, Blusen und Arbeitskluft zwängen, um genau so auszusehen, wie die Gesellschaft es von uns erwartet, unterdrücken wir jede individuelle Freiheit und Kreativität.

    Der Fasching ist die einzige Zeit im Jahr, in der die Menschen aufhören, sich zu verkleiden. Endlich darfst du der Clown sein, der du bist, die Meerjungfrau, die du gerne wärst, oder der Serienkiller, für den dir im Alltag der Mut fehlt. Plötzlich ist es „empowering“, wenn ein Mann als Frau geht oder umgekehrt – Kulturkämpfe pausieren für 48 Stunden, weil es ja „nur ein Spaß“ ist. Es ist faszinierend, wie dieselben Leute, die im Alltag gegen alles Fremde hetzen, im Fasching mit Begeisterung in eine andere Haut schlüpfen.

    Besoffene Helden und die Rückkehr des Abschaums

    Was ich am Fasching am wenigsten vermissen werde? Menschen, die bereits um 10 Uhr vormittags sturzbesoffen sind und sich dafür auch noch feiern lassen. Im Alltag ist das ein Fall für die Suchtberatung, im Fasching bist du ein Held. Ich bin froh, dass diese Leute jetzt wieder zum „Abschaum“ werden, der heimlich trinken oder seine Vorlieben im Verborgenen ausleben muss. Die Peitsche der Fastenzeit sorgt dafür, dass die gesellschaftliche Ordnung wiederhergestellt wird.

    Ich persönlich faste zwar nicht – ich lasse mir doch von der Kirche nichts vorschreiben –, aber ich verstehe den Reiz der extrinsischen Motivation. Die Fastenzeit ist im Grunde nur die zweite Chance für alle, die ihre Neujahrsvorsätze schon am 3. Januar vergessen haben. Es ist die Zeit, in der man sich gegenseitig daran erinnert, dass man eigentlich abnehmen wollte oder die Kinder weniger schlagen sollte.

    Fasten als Tarnung für das Existenzminimum

    Das Schönste an der Fastenzeit ist jedoch ihre soziale Komponente: Sie macht uns alle gleich. Man kann den frommen Asketen nicht mehr vom armen Schlucker unterscheiden. Wenn man wie ich als Comedian und Content Creator knapp am Existenzminimum entlangschrammt, ist die Fastenzeit ein Segen.

    Man muss nicht mehr zugeben, dass man sich das Abendessen beim Italiener oder die Kinokarte nicht leisten kann. Man sagt einfach: „Ich faste gerade.“ Es ist die perfekte Ausrede, um weniger zu konsumieren, weniger fortzugehen und kein Geld auszugeben. In der Fastenzeit sind wir eine Gemeinschaft – wir sind zusammen arm und nennen es Spiritualität. Das spart ordentlich Geld für die Zeit, in der uns schon wieder der nächste Konsumterror namens Ostern blüht.

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    Die Folge über Alkohol:

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    19 mins
  • Ausgeburt der Hölle: Warum die Immobilienbranche unser Leben ruiniert
    Feb 12 2026

    Heute geht es um Immobilien. Oder wie ich es nenne: die Ausgeburt der Hölle.

    Das Fundament des Wahnsinns: Wem gehört die Erde?

    Eigentlich fängt das Problem schon viel früher an als beim Baupfusch im Keller (besonders beliebt in Niederösterreich, wie man hört). Es fängt beim Grundbesitz an. Wer hat eigentlich irgendwann mal entschieden, dass ein Stück Erde – dieser Planet, den wir uns alle teilen – plötzlich „jemandem“ gehört? Mit welchem Recht behauptet ein Mensch, ein Kloster oder ein Bauer: „Das hier ist meins“?

    Wir haben uns so sehr an den Gedanken gewöhnt, dass man Boden kaufen und verkaufen kann, dass wir die fundamentale Absurdität dahinter völlig übersehen. Und sobald dieser Boden „besessen“ wird, beginnt der Drang, ihn mit Beton und Stahl zu versiegeln, denn eine Wiese bringt schließlich keine Rendite.

    Die Vorhölle: Makler und Hausverwaltungen

    Wer nicht das Glück hat, Boden zu erben, landet in der Welt der Dienstleister. Da wären zum einen die Makler. Personen, deren gesamte Jobbeschreibung darin besteht, Schlüssel in Schlösser zu stecken und Türen aufzusperren – eine Dienstleistung, die im Zeitalter des Internets so unnötig ist wie ein Kropf, für die man aber dennoch ein Vermögen bezahlt.

    Hat man dann endlich ein leistbares Loch gefunden, trifft man auf die nächste Stufe der Evolution: die Hausverwaltung. Ihre Kernkompetenz? Das professionelle Ignorieren von E-Mails und Anrufen. Gleichzeitig sind sie blitzschnell darin, Mahnungen zu schicken, wenn man auch nur eine Sekunde im Verzug ist. Es scheint fast so, als würde die Arbeit in einer Hausverwaltung die Seele so sehr auffressen, dass selbst die Korruptesten irgendwann lieber in die Politik flüchten.

    Das System hinter der Gier: Wohnen als Druckmittel

    Warum ist das alles so? Weil Immobilienbesitz die faulste Art ist, Geld zu verdienen. Man befriedigt ein Grundbedürfnis – ein Dach über dem Kopf –, für das Menschen fast alles tun würden. Man muss kein Marketing betreiben, man muss das Produkt nicht verbessern. Immobilienbesitzer sitzt einfach da, lassen die Hausverwaltung die Schmutzarbeit machen und erhöhen die Miete, weil der Knopf im Aufzug jetzt neuerdings leuchtet.

    Das Schlimmste ist: Es ist politisch gewollt. Wohnraum darf nicht zu günstig sein, denn wenn das Leben billig wäre, hätten die Menschen keinen Drang mehr, in Jobs zu schuften, die sie eigentlich hassen. Die Immobilienpreise sind das Benzin im Motor des Kapitalismus, der uns alle zum Arbeiten zwingt, nur um uns einen Rückzugsort leisten zu können.

    Die Lösung: Enteignung als Kinderschutz?

    Ich sage es, wie es ist: Wir müssen den Privatgrund abschaffen. Wir müssen enteignen. Und bevor die „Häuslbauer“ jetzt aufschreien: Denkt doch an die Kinder! Großgrundbesitzer scheffeln Millionen, beeinflussen die Politik und laden zweifelhafte Gäste auf karibische Inseln ein. Wenn wir den Grundbesitz in die öffentliche Hand nehmen, schützen wir unsere Gesellschaft vor dieser Machtkonzentration.

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    21 mins
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