Copilot und Governance: Was braucht es wirklich? cover art

Copilot und Governance: Was braucht es wirklich?

Copilot und Governance: Was braucht es wirklich?

Listen for free

View show details

About this listen

Copilot und Governance: Was braucht es wirklich?


In der vierten Folge unserer Mini-Serie zu Microsoft Copilot widmen wir uns einem entscheidenden Aspekt, der bei der Einführung neuer Technologien oft zu kurz kommt: der Governance. Antje und Thomy diskutieren, welche Governance-Aspekte bei der Implementierung von Copilot tatsächlich relevant sind und wie Unternehmen damit umgehen können.

Was wurde besprochen?

  • Definition von Governance:
    • Ursprung des Begriffs aus der Schifffahrt: Steuern und lenken
    • Unterschied zwischen "to govern" (strategische Ebene) und "to manage" (operative Umsetzung)
    • Für Endanwender bedeutet gute Governance: Tools nutzen können, ohne sich Sorgen machen zu müssen
  • Oversharing als oft diskutiertes Problem:
    • Copilot verändert keine Berechtigungen, sondern setzt auf bestehende auf
    • Die Technik basiert auf Suchfunktionen: Prompts lösen Suchanfragen aus, deren Ergebnisse ins Large Language Model fließen
    • Was Copilot findet, wäre auch über die normale Suche auffindbar – es wird nur anders präsentiert
  • Tiefer liegende Governance-Herausforderungen:
    • Jailbreaking, Prompt Injection und Data Exfiltration durch externe Plugins und Agents stellen größere Risiken dar
    • Mit zunehmender Anzahl an Copilot-Plugins und -Agenten steigt die Komplexität des Governance-Bedarfs
  • Lösungsansätze für Governance-Herausforderungen:
    • Technische Lösungen: SharePoint Advanced Management, Datenklassifizierung, Sensitivity Labels
    • Ausschließen bestimmter Site Collections von der Copilot-Integration (derzeit bis zu 200 möglich)
    • Organisatorische Maßnahmen: Zusätzliche NDAs für frühe Nutzer, stufenweise Einführung


Schlüsselelemente aus dem Podcast

  1. Die Taschenlampen-Analogie: Copilot ist wie eine Taschenlampe, die unter das Sofa leuchtet und zeigt, was schon immer da war – er schafft keine neuen Probleme, macht aber bestehende sichtbar.
  2. Governance als Spielfeldabsteckung: Governance definiert den Rahmen, in dem sich Nutzer frei bewegen können – wie ein Fußballfeld mit klaren Grenzen, aber Freiheit innerhalb dieser Grenzen.
  3. Pragmatischer Umgang mit Risiken: Bei großen Organisationen ist eine 100%-Lösung oft nicht realistisch – Risikomanagement und bewusste Entscheidungen sind wichtiger als das Warten auf Perfektion.
  4. Organisatorische Verantwortlichkeiten: Die Frage "Wem gehört Copilot im Unternehmen?" ist entscheidend für effektive Governance. Die horizontale Integration der Technologie erschwert klare Zuordnungen in klassischen Organisationsstrukturen.
  5. Bestehende Probleme werden sichtbarer: Was vorher schon nicht richtig aufgesetzt war, wird durch Copilot transparenter. Die Technologie gibt einen neuen Anlass, grundlegende Governance-Fragen zu adressieren.


Die Diskussion zeigt deutlich: Copilot selbst verändert keine Berechtigungen oder Sicherheitseinstellungen, sondern macht bestehende Schwachstellen in der Informationsarchitektur sichtbarer. Statt Copilot als Risiko zu betrachten, können Unternehmen die Einführung als Chance nutzen, ihre Governance-Strukturen zu überdenken und zu verbessern.

In der nächsten Folge unserer Mini-Serie werden wir weitere praktische Aspekte der Copilot-Implementierung beleuchten. Bleiben Sie gespannt auf weitere Einblicke und Erfahrungen aus unseren Projekten.


No reviews yet
In the spirit of reconciliation, Audible acknowledges the Traditional Custodians of country throughout Australia and their connections to land, sea and community. We pay our respect to their elders past and present and extend that respect to all Aboriginal and Torres Strait Islander peoples today.