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Freiheit des Parks, Die Zukunft eines zerstörten Deutschlands, Gute schlechte Bücher, Antisemitismus in Britannien

Essays, Band 25

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Freiheit des Parks, Die Zukunft eines zerstörten Deutschlands, Gute schlechte Bücher, Antisemitismus in Britannien

By: George Orwell
Narrated by: Friedrich Frieden
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About this listen

Geboren in der ehemaligen britischen Kolonie Indien verlief das Leben von George Orwell alles andere als geradlinig. Er besuchte Schulen in Indien und England, beherrschte mindestens zwei gebräuchliche Sprachen Indiens, arbeitete in diversen Gelegenheitsjobs, trieb sich als Landstreicher in England herum, studierte unter Aldous Huxley, verdiente sich als Polizist in Indien, nahm am spanischen Bürgerkrieg als Freiwilliger auf Seite der Republikaner teil und arbeitete Seite an Seite mit Ernest Hemingway als Kriegsberichterstatter. Als junger Mann stand er zwar kommunistischen Ideen offen gegenüber und in seinen frühen Texten finden sich auch antisemitische Vorurteile, doch mit der Zeit und in reiferen Jahren distanzierte sich Orwell öffentlich und in seinen schriftstellerischen Werken ohne Wenn und Aber von seinen jugendlichen Dummheiten. Womöglich durch die brutale Fremdherrschaft des Empires über Indien und durch Stalins organisierten Staatsterror und Massenmord angewidert entwickelte er sich zu einem überzeugten sozialistischen Demokraten, der alle Machtorgane von möglichst vielen Menschen organisiert und Machtumsetzung immer auf möglichst vielen Schultern verteilt sehen wollte. Einen großen Teil seiner prosaischen Werke bilden seine Essays ab, hier der abschließende Teil 25. In Freiheit des Parks zeigt Orwell anhand eines relativ banalen Vorfalls, nämlich der Verhaftung von Zeitungsjungen wegen Verkauf von Zeitungen, die offensichtlichen Schwachstellen demokratischer Gesellschaften, welche in ihrem Funktionieren nicht nur von ihren exekutiven und judikativen Organen abhängig sind, sondern eben auch von den Menschen, die dahinter stehen. In Die Zukunft eines zerstörten Deutschlands stellt Orwell die Frage in den Raum, inwiefern es Sinn macht, von einem besiegten Land Reparationszahlungen zu verlangen, da dies in einem zerstörten Land die ohnehin sehr schwache Wirtschaft zusätzlich belasten würde und eine dauerhafte „Störung" des weltweiten Warenverkehrs negative Auswirkungen auf alle Erdteile mit sich brächte. In Gute schlechte Bücher stellt Orwell fest, dass es im englischsprachigen Literaturbetrieb aktuell nur eine sehr überschaubare Anzahl von hochwertiger Literatur gibt und entschließt sich deswegen, einen Querschnitt der Autoren anzulegen, die mehr oder weniger noch gerade erträglich schreiben. In Antisemitismus in Britannien werden Gründe dafür gesucht, warum Antisemitismus nach wie vor existiert. Wir wissen, dass die Juden kein Volk, sondern eine Religionsgemeinschaft sind und wir wissen, dass jüdisches Kapital im Vergleich zum muslimischen Kapital ein kleiner Klecks ist und im Vergleich zum christlichen Kapital ein feuchter Furz und wir wissen, dass von den über 50.000 Banken weltweit weniger als 0,5 Prozent von Personen jüdischen Glaubens betrieben werden – wie kann man also rational erklären, wieso heutzutage immer noch Menschen vorhanden sind, die alle möglichen mittelalterlichen Klischees über Juden glauben? Wir wissen überdies, dass Antisemitismus eine Form des Nationalismus ist und dieser eine Form des Patriotismus darstellt, aber ist diese Erklärung ausreichend?

©gemeinfrei (P)2026 LILYLA Hörbuch-Editionen
Essays
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